Eine neue Erhebung der Beratungsfirma BearingPoint, die sich über neun europäische Länder erstreckt, hat ans Licht gebracht: Wer heutzutage in Europa Geld ausgibt, setzt immer häufiger auf kontaktlose Kartenzahlung. Gerade jüngere Menschen sehnen sich nach unkomplizierten Mobile-Payments, während die Älteren mehrheitlich noch zu Karte oder Bargeld greifen. Echtzeitüberweisungen haben sich in den Euro-Ländern bereits als Standard etabliert – ab 2025 werden sie zur Pflicht. Besonders interessant: Viele Verbraucher empfinden regulatorisch angestoßene Umwälzungen, beispielsweise die empfängerbasierte Sicherheitsprüfung bei Überweisungen, als echten Fortschritt. Wero, eine europaweit einheitliche Lösung, kommt langsam ins Bewusstsein – vor allem in Frankreich, während landestypische Apps wie Swish, Twint und MobilePay nach wie vor das Bild prägen.
Karten stehen im Rampenlicht
Mit 71 Prozent durchschnittlicher Nutzung der kontaktlosen Karte sind Bargeld und andere Zahlungsmittel klar abgehängt, insbesondere in Finnland, den Niederlanden und Skandinavien. In Deutschland, Österreich und der Schweiz scheint man noch einen Tick konservativer unterwegs zu sein, aber auch hier steigt der Trend zum Kartenzahlen spürbar. Die Umfrage zeigt, dass selbst ältere Altersgruppen immer öfter zur Karte greifen – vielleicht steckt da mehr Gewohnheit als Innovation dahinter.
Jung, digital, zunehmend mobil
Während vor allem die Jüngeren (bis 44 Jahre) sich vorstellen können, künftig häufiger mit dem Smartphone zu bezahlen, bleibt das Thema Kryptowährungen eher ein Nischenthema. Nicht mal jeder Zehnte kann sich vornehmen, mit Bitcoin und Co. zu bezahlen – ein Hype für Eingeweihte, nicht für die breite Masse.
Ein halber Kontinent überweist blitzschnell
Über die Hälfte der Befragten in den Eurostaaten setzt inzwischen immer wieder auf Echtzeitüberweisungen, mit Frankreich und Irland ganz vorn. In den Nicht-Euro-Ländern sieht das Bild ein wenig anders aus, aber auch hier ist der Trend erkennbar.
Experten wie Christian Bruck von BearingPoint sehen die Zukunft bunt gemischt aus: Bargeld, Karten, neue digitale Bezahllösungen und ganz normale Überweisungen werden miteinander bleiben. Die Zunahme von digitaler Identität, stärkeren Kundenschutzregeln und Innovationen von oben verstärkt das Gefühl, dass Regulierung in diesem Feld positiver wahrgenommen wird als bei manch anderen Themen.
Empfängerprüfung wird als Pluspunkt gesehen
Ein guter Teil der Befragten sieht in der neuen Empfängerprüfung für Überweisungen einen klaren Vorteil – das bestätigen vor allem Bewohner aus Frankreich, Österreich und Deutschland.
Nationale und europäische Player raufen sich zusammen
Landeseigene Mobile-Payment-Anbieter wie Swish, Tikkie, Twint und MobilePay dominieren zwar ihr jeweiliges Terrain, aber europaweite Angebote wie Wero kommen bei immer mehr Menschen an. Die Dynamik hin zu einem europäisch gestützten Zahlungsverkehr, unabhängig von globalen Tech-Giganten, wird zusehends sichtbar – man greift nach digitaler Eigenständigkeit.
Zur Studie und zum Unternehmen
Die Daten stammen aus einer Online-Umfrage von Dezember 2025 mit insgesamt 10.123 Teilnehmenden in neun verschiedenen Ländern. Das Marktforschungsinstitut YouGov wurde mit der Durchführung betraut, die Auswertung lag bei den Zahlungsexperten von BearingPoint. Diese wiederkehrend durchgeführte Studie genießt einen stabilen Ruf für ihre Detailtiefe zum aktuellen europaweiten Zahlungsverhalten.
BearingPoint selbst ist ein Schwergewicht in der europäischen Management- und Technologieberatung und unterstützt zahlreiche Großunternehmen dabei, digitale Innovation und Transformation voranzutreiben. Mit einem großen internationalen Team ist das Unternehmen innerhalb der Branche als modernes und sozial engagiertes Beratungsunternehmen bekannt.
Die europaweite BearingPoint-Umfrage weist einen klaren Trend hin zu kontaktlosen Karten- und Mobilezahlungen aus, während Bargeld weiterhin, vor allem in traditionelleren Regionen wie Deutschland oder Österreich, relevant bleibt. Regulatorische Vorgaben wie Echtzeitüberweisungen und Empfängerprüfungen werden von den Verbrauchern vor allem aufgrund des zusätzlichen Sicherheitsgewinns begrüßt. Aktuelle Recherchen zeigen, dass in mehreren Ländern nationale Mobile-Payment-Anbieter, etwa Twint, Swish und MobilePay, das Bild prägen, allerdings europäische Lösungen wie Wero verstärkt in den Fokus rücken, zumal EU-weite Regulierung und digitale Identität den Aufbau digitaler Souveränität beschleunigen (stark diskutiert in Artikeln auf faz.net und sueddeutsche.de im Zusammenhang mit PSD3 und Digital Identity Wallet; die taz berichtet kritisch über den Datenschutzaspekt).
Weitere Anmerkungen aus der aktuellen Presse: Mikrozahlungen, insbesondere über Messenger oder soziale Netzwerke, werden als Nischentrend sichtbar. Diskussionen über die Zukunft der Bargeldnutzung reißen nicht ab; mehrere neue Studien (z.B. der Deutschen Bundesbank) zeigen eine wachsende Akzeptanz kontaktloser Zahlmethoden – nicht zuletzt, weil sie als sicher und bequem gelten. In Italien und Spanien nimmt der Anteil der Bevölkerung, der nur noch selten Bargeld verwendet, auffällig zu.