Die Verschiebung des Bundesrat-Anbaus illustriert exemplarisch die Herausforderungen öffentlicher Großbaustellen in Deutschland. Neben komplexen technischen Anforderungen – etwa der speziellen Fassade und strengen Sicherheitsvorgaben – führen bürokratische Hindernisse und Lieferschwierigkeiten zu immensen Verzögerungen. Laut aktuellen Medienrecherchen ist das Bauvorhaben mit seinen bisher zehn Jahren Bauzeit und explodierenden Kosten kein Einzelfall; zahlreiche staatliche Bauprojekte, gerade mit innovativen oder nachhaltigen Baukonzepten, kämpfen derzeit mit ähnlichen Problemen (ausführliche Hintergründe unter anderem bei taz, FAZ, Spiegel und Zeit). Konkret dokumentieren neue Quellen, dass in den letzten Tagen etwa die Herausforderungen für Bauunternehmen durch Lieferengpässe und das Fehlen qualifizierter Fachkräfte bundesweit diskutiert werden. Zudem werden die Auswirkungen von Lieferketten-Störungen und teureren Baustoffen, auch durch geopolitische Unsicherheiten, immer wieder betont. Inzwischen ist auch das Besucherzentrum des Bundestags mit Verzögerungen betroffen, was die Frage erlaubt: Ist der Berliner Baustellenfrust längst Teil der deutschen Institutionenkultur geworden?