Foodwatch kritisiert, dass Ashwagandha-Produkte ohne ausreichende wissenschaftliche Basis mit gesundheitsbezogenen Versprechen auf dem deutschen Markt vertrieben werden. Das Hauptproblem sieht die Organisation im Mangel an effektiver Kontrolle durch lokale Lebensmittelüberwachungsämter, deren geringe Personaldichte dem Boom im Online- und Supermarkthandel wenig entgegensetzen kann. Interessanterweise warnen auch Fachleute vor möglichen Nebenwirkungen wie Schläfrigkeit, Wechselwirkungen mit Medikamenten und sogar toxischen Effekten bei Überdosierung – und bemängeln, dass Verbraucher durch teils irreführende Werbung in die Irre geführt werden. Ashwagandha ist nicht als Arzneimittel in der EU zugelassen, was die rechtliche Grauzone verstärkt. Eine aktuelle Recherche zeigt auch: Einige Hersteller versuchen die Unsicherheit auszunutzen, indem sie die entspannende Wirkung besonders hervorheben – teilweise mit Aussagen, die bereits von Aufsichtsbehörden abgemahnt wurden. Die Debatte um eine einheitliche und zentral gesteuerte Lebensmittelüberwachung gewinnt auch angesichts rasch wachsender, aber schwer überwachbarer Internet-Vermarktung weiter an Dynamik.