Foodwatch schlägt Alarm: Risiken und Regelbruch bei Ashwagandha-Produkten im Handel

Die Organisation Foodwatch warnt eindringlich vor Ashwagandha, einer bislang vor allem im Netz vertriebenen Nahrungsergänzung, die nun auch in Regalen deutscher Supermärkte auftaucht.

heute 06:21 Uhr | 2 mal gelesen

Ashwagandha – klingt exotisch, verkauft sich als Anti-Stress-Wunder und taucht plötzlich zwischen Müsli und Kapseln im Regal auf. Ursprünglich aus Indien, seit Jahrhunderten Teil der traditionellen Heilkunde – mittlerweile von diversen Firmen als entspannender Alleskönner vermarktet. Aber Foodwatch-Chef Chris Methmann mahnt: Wissenschaftliche Belege? Fehlanzeige! Trotzdem versprechen Anbieter angeblich Regeneration, Ausgleich, vielleicht sogar mehr Gelassenheit. Das Problem: Laut Gesetz ist so eine Werbestrategie eigentlich strikt untersagt, wenn gesundheitliche Wirkung nicht sauber belegt ist. Methmann kritisiert, dass gerade die Kontrollen ins Leere laufen – ganz besonders bei Produkten, die blitzschnell online oder eben flächendeckend über Supermärkte angeboten werden. Die kommunalen Stellen sollen zwar prüfen, aber sie kommen gar nicht mehr hinterher, weil Personal und Ressourcen schlicht fehlen. Für Methmann ist klar: Eine Bundesbehörde mit Durchgriffskraft, speziell für solche systemweiten Fälle, wäre ein echter Fortschritt.

Foodwatch kritisiert, dass Ashwagandha-Produkte ohne ausreichende wissenschaftliche Basis mit gesundheitsbezogenen Versprechen auf dem deutschen Markt vertrieben werden. Das Hauptproblem sieht die Organisation im Mangel an effektiver Kontrolle durch lokale Lebensmittelüberwachungsämter, deren geringe Personaldichte dem Boom im Online- und Supermarkthandel wenig entgegensetzen kann. Interessanterweise warnen auch Fachleute vor möglichen Nebenwirkungen wie Schläfrigkeit, Wechselwirkungen mit Medikamenten und sogar toxischen Effekten bei Überdosierung – und bemängeln, dass Verbraucher durch teils irreführende Werbung in die Irre geführt werden. Ashwagandha ist nicht als Arzneimittel in der EU zugelassen, was die rechtliche Grauzone verstärkt. Eine aktuelle Recherche zeigt auch: Einige Hersteller versuchen die Unsicherheit auszunutzen, indem sie die entspannende Wirkung besonders hervorheben – teilweise mit Aussagen, die bereits von Aufsichtsbehörden abgemahnt wurden. Die Debatte um eine einheitliche und zentral gesteuerte Lebensmittelüberwachung gewinnt auch angesichts rasch wachsender, aber schwer überwachbarer Internet-Vermarktung weiter an Dynamik.

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