Laut der neuesten repräsentativen Erhebung von Forsa, in Auftrag gegeben von RTL und ntv, hält die AfD ihre starke Position und liegt unverändert bei 28 Prozent. Die CDU/CSU kommt bloß auf 21 Prozent – das ist für einige fast schon beunruhigend gering. Weiter hinten reihen sich die Grünen (16 Prozent), gefolgt von SPD und Linke mit je 12 Prozent ein, während die FDP mit ihren 4 Prozent gerade noch so wahrgenommen wird. Bemerkenswert – und ehrlich gesagt auch ein wenig alarmierend: Satte 28 Prozent der Befragten wissen nicht, wen sie wählen sollen, oder wollen explizit zu Hause bleiben. Das ist deutlich mehr als noch bei der vergangenen Bundestagswahl. Besonders krass fällt das Ergebnis im Osten aus: Hier schafft die AfD sagenhafte 43 Prozent, die Union kommt nur auf 13 Prozent, die Linke immerhin auf 16. Die Grünen sowie die SPD stehen jeweils bei neun Prozent, die FDP bleibt bei unbedeutenden drei Prozent hängen. Und wenn es um die sogenannte Problemlösungskompetenz geht, traut immerhin jeder achte Befragte (13 Prozent) der AfD zu, die richtigen Antworten auf die aktuellen Herausforderungen zu haben. Für die Union ist es an dieser Stelle ein neuer Negativwert seit Herbst 2022 (nur 11 Prozent). Die Grünen verbessern sich leicht auf acht Prozent, SPD und Linke verharren abgeschlagen bei fünf Prozent. Am meisten irritiert jedoch: Über die Hälfte – 56 Prozent – kann keiner Partei mehr ein echtes Problemlösungsvermögen attestieren. Die Daten basieren auf einer Umfrage unter 2.501 wahlberechtigten Personen, durchgeführt zwischen 18. und 24. August.
Vielleicht ist das alles nicht überraschend, wenn man bedenkt, wie oft über Politik(er) und Parteien geschimpft wird. Aber mit solch umfangreicher Unsicherheit und Entfremdung, gerade in einer Zeit wie dieser, da stecken schon handfeste gesellschaftliche Umbrüche dahinter. Man fragt sich beinahe: Ist das jetzt nur eine Momentaufnahme, oder klemmt das Grundvertrauen schon grundsätzlicher?
Die AfD verteidigt ihre Führungsposition im Forsa-Ranking deutlich und profitiert dabei vor allem im Osten von einer schwindenden Identifikation der Wähler mit den traditionellen Parteien. Erschreckend hoch ist der Anteil derer, die entweder unentschlossen sind oder sich gänzlich von den Wahlurnen abwenden – ein Wert, der neue Rekorde markiert und auf eine tiefe politische Entfremdung hindeutet. Zeitgleiche Erhebungen und Analysen zeichnen das Bild einer Gesellschaft im Umbruch: Die etablierten Parteien verlieren massiv an Vertrauen, insbesondere die ehemals in ihrer Stammwählerschaft fest verankerte SPD – befeuert durch Themen wie Migration, steigende Lebenshaltungskosten und das Gefühl, von der Ampelkoalition nicht mehr vertreten zu werden. Viele Menschen verbinden mit der AfD einen Drang nach 'Korrektur' etablierter Politik, unabhängig davon, ob deren Problemlösungskompetenz wirklich überzeugt. Aktuelle Artikel auf taz, Süddeutsche Zeitung und Spiegel bestätigen, dass die allgemeine Frustration und die Unsicherheit einen politischen Rechtsruck begünstigen; zudem nimmt die Politikverdrossenheit unter jungen Erwachsenen zu, was neue gesellschaftliche Herausforderungen mit sich bringt.