Manchmal frage ich mich, ob den meisten überhaupt klar ist, welche Rolle Feuerwehrleute – die freiwilligen, versteht sich – abseits von Sirene und Löschschlauch spielen. In kleinen Orten, egal ob sie nun dies- oder jenseits der deutsch-tschechischen Grenze liegen, sind sie oft der soziale Kitt. Klar, im Ernstfall retten sie Leben und Häuser, aber da ist viel mehr: Ihr Engagement hält die Dorfgemeinschaft zusammen und öffnet Türen zu Menschen im Nachbarland.
Susanne Sehlbach und Tomáš Jelínek vom Zukunftsfonds haben es auf den Punkt gebracht: Ohne die Freiwilligen, die sich um Sommerlager, Vereinsfeste oder Weiterbildung kümmern, wären viele Städtepartnerschaften bloß ein blasses Versprechen. Genau für diese engagierten Leute gibt es jetzt frisches Geld: Bis zu 200.000 Euro stehen zwischen 2026 und 2027 bereit. Anträge können von deutschen und tschechischen Gemeinden, Feuerwehrtrupps oder Vereinsgruppen eingereicht werden – der Clou ist immer ein Partnerverein aus dem Nachbarland. Kleinprojekte mit bis zu 5.000 Euro Förderung gehen sogar jederzeit.
Das Ganze ist kein Luftschloss, sondern hat Tradition: Freundschaften, die schon seit Jahrzehnten bestehen, zeigen, wie wertvoll die Verknüpfung ist – etwa die Jugendfeuerwehren von Edertal und Horní Cermná, deren Bande seit dreißig Jahren hält. Überhaupt war das Motto bei der Berliner Kick-off-Veranstaltung: Wir können voneinander lernen, im Notfall gemeinsam anpacken – und zwischendurch mal ein Fest feiern. Karl-Heinz Banse vom Deutschen Feuerwehrverband glaubt jedenfalls, dass die neue Ausschreibung ein willkommenes Signal ist. Auch Generalmajor Ing. Petr Oslejsek, Nummer Zwei des tschechischen Feuerwehr-Rettungskorps, betont, wie wichtig der Austausch ist. Denn miteinander durchgeführte Übungen, Gespräche am Rand und Jugendprojekte stärken nicht nur die Einsatzbereitschaft, sondern auch das Miteinander an der Grenze. Und: Je mehr die Wehren voneinander wissen, umso besser funktioniert die Zusammenarbeit, wenn es drauf ankommt.
Ein Satz ist mir besonders hängengeblieben: Die Feuerwehren sind Keimzellen der Zivilgesellschaft. Das sieht auch Dörte Dinger so, die Chefin des Bundespräsidialamtes. Vielleicht ist das sogar der eigentliche Kern dieser Sonderausschreibung: Sie will, dass Feuerwehrleute nicht nur sprichwörtlich das Feuer löschen, sondern auch Brücken bauen. Genau das ist in Zeiten eines rauher werdenden Klimas zwischen Nachbarn bitter nötig. (Für Anträge und mehr Infos: https://www.zukunftsfonds.cz/projektforderung/#eine-quelle-der-guten-nachbarschaft)
Die Sonderausschreibung des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds verleiht der gelebten Partnerschaft zwischen deutschen und tschechischen freiwilligen Feuerwehren einen neuen Schub. Besonders im Grenzgebiet übernehmen diese Organisationen eine wichtige Doppelrolle: Sie schützen nicht nur vor Katastrophen, sondern fördern auch Begegnung, Integration und gegenseitiges Verständnis. Der Fonds unterstützt gemeinsame Projekte mit bis zu 200.000 Euro, Anträge können sowohl für Groß- als auch für Kleinprojekte gestellt werden. Aus aktuellen Medienberichten wird deutlich, wie groß die Wertschätzung und Relevanz der grenzüberschreitenden Feuerwehrkooperation gerade im Licht zunehmender Naturkatastrophen ist. Die deutsche und tschechische Politik signalisiert dabei, angesichts aktueller globaler Unsicherheiten, einen besonderen Fokus auf Zivilgesellschaft und regionale Zusammenarbeit zu legen. Darüber hinaus wird die Bedeutung von Jugendprojekten und nachhaltigen Kontakten zwischen den Gemeinden hervorgehoben, da sie als notwendige Basis für langfristige Nachbarschaftsfriedlichkeit und Krisenresilienz gelten.