Friedrich Merz: Globale Krisen sind das neue Normal

Für Friedrich Merz, den CDU-Vorsitzenden, ist die Hoffnung auf ein Ende der internationalen Krisen eher Wunschdenken. Auf dem Berliner Tag der Industrie machte Merz deutlich, dass Ausnahmesituationen unser Alltag bleiben könnten.

heute 11:39 Uhr | 3 mal gelesen

Es gibt Tage, da klingt selbst ein Politiker wie Merz fast schon nach einem Pessimisten. Auf dem Tag der Industrie in Berlin ließ er keinen Zweifel: Die Weltlage, geprägt von Kriegen und Krisen – das sei nicht nur eine vorübergehende Delle. Ganz im Gegenteil, dieser Zustand werde uns womöglich noch Jahre, vielleicht sogar Jahrzehnte begleiten. Krisenfestigkeit, so nannte er das Ziel, müsse zur Kernkompetenz werden: nicht nur irgendwo am Rande, sondern im Zentrum dessen, was Politik und Gesellschaft tun. Was dann kommt, ist klassisch Merz: Deutschland muss im Inneren stärker, also erfolgreicher im Wettbewerb und wirtschaftlich robuster werden. Ohne wirtschaftliches Wachstum und innere Stärke, so seine Logik, ist weder Wohlstand noch Sicherheit zu halten. Merz stellt klar: Das Versprechen des Staates – Schutz und Lebensqualität – sei unter diesen Bedingungen ein hartes Stück Arbeit. Ehrlicherweise, das merkt man, ist da auch eine Prise Zweifel, ob das alles so gelingen kann.

Merz skizziert eine eher düstere Zukunft für die globale Politiklandschaft: Die aktuelle Häufung von Krisen und bewaffneten Konflikten ist für ihn kein Ausnahmezustand mehr. Stattdessen erwartet er, dass solche Herausforderungen über lange Zeiträume hinweg unser tägliches Leben bestimmen werden, was enorme Anforderungen an die deutsche (und europäische) Anpassungsfähigkeit stellt. Interessant ist dabei, wie andere Stimmen aus Politik und Wirtschaft diesen Ausblick teilen oder widersprechen – etwa indem sie auf Chancen durch Wandel und Innovation hinweisen; nicht zuletzt im Bereich Digitalisierung und Klimaschutz, wo sich auch neue Lösungswege eröffnen. Laut „Süddeutsche Zeitung“ betonen Wirtschaftsvertreter zunehmend die Notwendigkeit, Lieferketten zu stärken und sich breiter aufzustellen, während etwa die „FAZ“ aktuelle geopolitische Risiken in Zusammenhang mit Handelsbeziehungen und Energiesicherheit bringt. Zeitgleich berichten internationale Medien wie „Deutsche Welle“, dass Deutschland auf der Suche nach neuen Partnern und Strategien ist, um unabhängiger von instabilen Weltregionen zu werden. All dies schlägt sich letztlich in der Debatte nieder, wie viel Stabilität eine offene Wirtschafts- und Wertegesellschaft überhaupt bieten kann.

Schlagwort aus diesem Artikel