Eigentlich hätte man meinen können, nach so einer Schlappe – Deutschland raus, Portugal und Österreich rein – würde ein Ministerpräsident das Thema lieber schnell abhaken. Doch Merz, der mit stoischer Miene vor die Presse trat, fand ganz andere Worte: 'Unser Einsatz war richtig. Auch wenn wir das Ziel diesmal verfehlt haben.' Ein bisschen Trotz, vielleicht auch die Überzeugung, dass diplomatische Vorstöße nie umsonst sind, schwang mit. Auf sympathische Weise bedankte er sich sogar ausdrücklich bei den unermüdlichen Leuten im Auswärtigen Amt und anderswo, egal ob in Berlin, Brüssel oder Buenos Aires.
Ungewöhnlich großzügig gratulierte Merz übrigens den siegreichen Konkurrenzstaaten – sowohl Portugal als auch Österreich. 'Europa bleibt verbunden, und unsere gemeinsame Verantwortung in der Uno bleibt bestehen', bemerkte er beiläufig, fast schon freundschaftlich. Trotz Niederlage wolle Deutschland im Konzert der Nationen weiter eine stabile Stimme sein, betonte Merz. Schließlich, und das kann man so oder so sehen, habe die Bundesrepublik nichts an ihrer Rolle im internationalen Gefüge eingebüßt. Drei Staaten traten an, doch am Ende war Deutschland mit nur 104 Stimmen abgeschlagen – Portugal (134) und Österreich (131) konnten die Hürde von mindestens 127 Stimmen lässig nehmen und rücken nun für zwei Jahre in den Sicherheitsrat auf. Sieg oder Niederlage hin oder her: An Aufgaben im Rahmen der Vereinten Nationen mangelt es jedenfalls auch Deutschland nicht. Das Schlusswort war eine Mischung aus Trotz und Ansporn: 'Unsere Verantwortung bleibt – und wir nehmen sie an.'
Friedrich Merz zeigte nach der gescheiterten Kandidatur für einen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen Gelassenheit und unterstrich die Bedeutung des deutschen Engagements auf internationaler Bühne. Auch andere deutsche Politiker, etwa Annalena Baerbock, hatten die Bewerbung trotz der deutlichen Niederlage als wichtigen Ausdruck multilateralen Handelns bewertet. Im internationalen Kontext wurde sowohl auf den gestiegenen Wettbewerb als auch auf diplomatische Versäumnisse hingewiesen; Medienkommentare verweisen zudem auf Herausforderungen, die Deutschlands Position im globalen Miteinander aktuell stärker fordern – nicht zuletzt, seit die außenpolitischen Bedingungen zunehmend komplex geworden sind.