Gefährlicher Zeitdruck bei gefährlichen Jobs: Warum Hektik oft ins Verderben führt

Köln – Wer in luftiger Höhe arbeitet, sollte sich niemals von Eile anstecken lassen. Der Podcast "Ganz sicher" der BG ETEM beleuchtet, wie schon kurzzeitiger Stress das Unfallrisiko fördert – und warum bedachte Vorbereitung, abgestimmte Abläufe und Teamgeist Leben retten können.

vor 8 Minuten | 1 mal gelesen

"Eile mit Weile" – klingt nach Omas Kalenderblatt, drückt aber ein verblüffend robustes Prinzip für den Arbeitsalltag aus, besonders wenn’s riskant wird. Die Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) warnt ausdrücklich: Zeitdruck ist ein Glücksfeind am Arbeitsplatz.

Manche Chefs neigen dazu, herumzuhetzen – was nicht nur die Stimmung killt, sondern auch die Fehlerquote nach oben schraubt. Gerade erfahrene Kräfte werden unter Strom nachlässig, übersehen Sicherungen oder lassen Schritte aus. Plötzlich ist nicht nur das Projekt, sondern auch der Mensch in Gefahr.

Deswegen: Liebe Führungskräfte, einen Gang rausnehmen! Gute Vorbereitung, gemeinsam denken und bewusst langsames Vorgehen zahlen sich aus. Im Podcast berichtet Christian Otter, Industriekletterer und Chef des Kölner „Seilkommandos“, offen über Alltag, Beinahe-Abstürze und seine goldene Faustregel: Erst überlegen, wie’s gefahrlos klappt – dann starten.

Sicherheit ist kein Zufall, sondern doppelt gesichert

Wer als Industriekletterer arbeitet, kennt Orte, die andere nicht mal ansehen mögen: Windräder, Brücken, Funkmasten. Möglich wird das durch Hightech-Seile und ein ausgefuchstes Sicherheitskonzept – allerdings beginnt die Absicherung schon, bevor jemand das Seil anfasst. Gründliche Ausbildung, penible Planung, intensive Schilderung von Worst-Case-Szenarien: Darauf kommt’s an. Vor Ort wird jeder Einsatz geprüft: Wo lauern Gefahren? Wie läuft die Rettung bei einem Zwischenfall? Erst wenn alles geprüft ist, geht's los.

Das Prinzip Redundanz zieht sich dabei durch: Immer sind zwei unabhängige Sicherungen im Spiel. Dazu organisieren die Profis Checks nach dem Vier-Augen-Prinzip – Drüberreden, nochmals gucken, zur Not dreimal prüfen. Die Erfahrungen zeigen: Nicht Technik versagt, sondern der Mensch hat seine schwachen Momente. Umso wichtiger sind klare Regeln, eingeübte Abläufe und unermüdliche Aufklärung – nicht nur für Höhenarbeiter.

Was andere aus dem Seil lernen können

Die Lehren und Schutzmaßnahmen aus dem Industrieklettern haben längst Wert auch in anderen Branchen: Überall, wo Gefahr droht, ist kluge Planung und doppelte Absicherung Trumpf – egal, ob am Strommast oder im Büro mit vielen Menschen.

Mehr Stimmen, offene Worte

Kurz: Wer wissen will, wie Kletterer ticken und was man fürs Arbeitsleben daraus saugen kann, hört in die neue Podcastfolge „Ganz sicher“ rein. Da wird offen geredet: Von gefährlichen Situationen, Fehlern und einer Sicherheitskultur, die nicht auf Zetteln steht, sondern gelebt wird. Entscheidender Satz bleibt: Wenn's eng wird, besonders sorgfältig sein!

Sämtliche Episoden gibt’s auf www.bgetem.de/ganzsicher sowie auf Spotify, YouTube Music, Deezer, RTL+, Pocket Casts und Apple Podcasts. Direkt zur Folge „Industrieklettern: Sicher rauf, sicher runter“ geht’s hier.

Fakten zur BG ETEM

Etwa vier Millionen Beschäftigte in mehr als 200.000 Betrieben stützt die BG ETEM als gesetzliche Unfallversicherung. Neben Prävention kümmert sie sich um Reha, Haftungsfragen und alles rund um die Absicherung nach Arbeitsunfällen und bei Berufskrankheiten. Ansprechbar bleibt sie dabei für jedes Mitgliedsunternehmen – ohne Umwege.

Pressekontakt: Christian Sprotte, Pressesprecher, Tel: +49 221 3778-5521, E-Mail: sprotte.christian@bgetem.de
BG ETEM, Gustav-Heinemann-Ufer 130, 50968 Köln
www.bgetem.de

Der Podcast von BG ETEM nimmt sich diesmal die besondere Gefahr von Hektik in gefährlichen Jobs zur Brust: Wenn Führungskräfte Druck machen, steigt das Unfallrisiko – menschliche Fehler überholen schnell die Technik. Besonders Kletter-Profis zeigen, dass langsame, durchdachte Planung und Redundanzen (doppelte Sicherungen, Vier-Augen-Prinzip) besser schützen als blindes Vertrauen in Ausrüstung und Routine. Laut neueren Berichten unterstreichen zahlreiche Berufsgenossenschaften derzeit die Bedeutung von Prävention und Sicherheitskultur am Arbeitsplatz, da zuletzt – auch im Zuge von Personal- und Zeitdruck in vielen Betrieben – die Zahl von Arbeitsunfällen wieder leicht angestiegen ist. Moderne Ansätze kombinieren heute Technik mit psychologischen Faktoren, beispielsweise durch Workshops zu Teamkommunikation oder digitales Training zu Notfallmaßnahmen. Die aktuelle Diskussion dreht sich zudem verstärkt um die Verantwortung von Arbeitgebern, psycho-soziale Risiken wie Stressmanagement und einen offenen Umgang mit Fehlerkultur zu fördern, damit Beschäftigte auch unter Druck resilient bleiben können.

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