Gender-Pay-Gap wächst weiter bei nicht tariflich Beschäftigten

Während Männer und Frauen in tarifgebundenen Unternehmen einander zumindest etwas näher rücken, driftet ihre Bezahlung abseits davon weiter auseinander – so zeigen es aktuelle Regierungsdaten.

heute 00:02 Uhr | 5 mal gelesen

Zahlen lügen selten, aber sie erzählen auch nicht die ganze Geschichte – das liest man recht plastisch aus der Antwort der Bundesregierung an die Linken heraus, die jüngst der „Rheinischen Post“ vorlag. Konkret: Frauen ohne Tarifvertrag schauten 2025 (was für eine seltsam nah-futuristische Jahreszahl) auf ganze 4,03 Euro pro Stunde weniger als ihre männlichen Kollegen, während es 2014 noch 3,76 Euro waren. Eine Kurve nach oben, ziemlich unerfreulich. Wer hingegen in einem tarifgebundenen Betrieb arbeitet, für den schrumpfte der Abstand – von 4,40 auf 4,03 Euro im gleichen Zeitraum. Das klingt fast paradox: Weniger Unterschied, wenn der Vertrag mit dem Tarif winkt. Pascal Meiser von den Linken, nie um einen knackigen Kommentar verlegen, sieht darin ein handfestes Plädoyer für mehr Tarifbindung und Gleichstellung – mit ziemlich klarer Tendenz. Ob Tarifverträge ein Allheilmittel sind? Mag schon sein, aber man fragt sich trotzdem, warum der Fortschritt so langsam aus dem Quark kommt. Bleibt nur zu hoffen, dass diese Zahlen eines Tages keine schiefe Schlagzeile mehr wert sind.

Die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern in Deutschland stagniert oder wächst sogar in bestimmten Bereichen weiter, vor allem bei Beschäftigten ohne Tarifvertrag. Deutschland liegt laut Eurostat weiterhin über dem EU-Durchschnitt beim Gender Pay Gap, was auf strukturelle Ursachen wie Teilzeitarbeit und verschiedene Branchenverteilungen zurückzuführen ist. Gewerkschaften und Politik fordern seit langem mehr Transparenz und Maßnahmen zur Förderung von Tarifbindung sowie besserer Vereinbarkeit von Beruf und Familie, da diese Faktoren nachweislich positive Effekte auf die Gleichstellung im Arbeitsleben haben.

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