Georg-Büchner-Preis 2024: Christine Wunnicke wird ausgezeichnet

Christine Wunnicke, bekannte Autorin und stilistische Grenzgängerin, erhält den renommierten Georg-Büchner-Preis, der mit stolzen 50.000 Euro dotiert ist.

heute 09:44 Uhr | 1 mal gelesen

Donnerstagmorgen, ein nüchterner Termin, aber die Nachricht verbreitet sich wie ein kleiner Flächenbrand in Literaturkreisen: Christine Wunnicke wird von der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung mit dem diesjährigen Georg-Büchner-Preis geehrt. Ihr Werk sei, so die Jury, stets originell und souverän durchkomponiert – man trifft auf Hollywood genauso wie auf Nagasaki oder Paris. Wunnickes Geschichten ziehen ihre Leser*innen unweigerlich in ein vielschichtiges Spiel zwischen Phantasie und Realität; das Ganze, so scheint es, garniert mit einer Prise anarchischer Eigenwilligkeit und einem Schuss Ironie, der selbst die trockensten historischen Begebenheiten mit Leben füllt. Besonders hervorgehoben wird ihre Fähigkeit, in historisch scheinbar festgefügten Stoffen das Fiktionale wie eine verborgene Spur sichtbar zu machen. Wunnickes Romane schaffen es, akademischen Ernst und entlarvenden Humor zu verbinden, ohne sich in literarischem Schaulaufen zu verlieren. Das Unterhaltsame und das Nachdenkliche liegen bei ihr dicht beieinander – so entsteht Literatur, die diskret glänzt, ohne aufgesetzt zu wirken. Am 24. Oktober wird sie in Darmstadt offiziell geehrt – der Büchner-Preis gilt nicht umsonst als Königsklasse der deutschsprachigen Literaturpreise.

Christine Wunnicke wird für ihr konsequent überraschendes Werk mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet. Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung hebt besonders Wunnickes souveränen Stil, ihre gewitzte Verarbeitung historischer Stoffe und ihre ausgeprägte Liebe fürs Unkonventionelle hervor. Laut FAZ und Süddeutscher Zeitung ist Wunnicke insbesondere für ihr Spiel mit Fakt und Fiktion sowie die atmosphärische Dichte ihrer Romane bekannt – auch ihre Rolle als Grenzgängerin von Disziplinen und Schauplätzen wird zunehmend anerkannt. Recherchen zeigen: Wunnicke gilt als eine der auffälligsten Stimmen des aktuellen Literaturbetriebs. Kritiker*innen heben immer wieder ihre pointierte Sprache und ihren Humor hervor, ebenso wie ihre unorthodoxe Art, Gesellschaft und Wissenschaftsgeschichte zu beleuchten. In den letzten Monaten hat sich in der deutschsprachigen Literatur vermehrt die Debatte entfacht, wie anspruchsvolle Unterhaltung und intellektuelle Tiefe zu verbinden sind – Wunnicke liefert hierfür ein Paradebeispiel. Ihre Werke spielen an unterschiedlichsten Orten und Epochen; es geht ihr aber stets um das, was im menschlichen Miteinander zwischen Gewissheit und Täuschung aufblitzt. Die Auszeichnung ist nicht zuletzt auch ein Signal: Frauen mit eigenwilligen Perspektiven prägen die moderne Literatur heute maßgeblich mit.

Schlagwort aus diesem Artikel