Christine Wunnicke wird für ihr konsequent überraschendes Werk mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet. Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung hebt besonders Wunnickes souveränen Stil, ihre gewitzte Verarbeitung historischer Stoffe und ihre ausgeprägte Liebe fürs Unkonventionelle hervor. Laut FAZ und Süddeutscher Zeitung ist Wunnicke insbesondere für ihr Spiel mit Fakt und Fiktion sowie die atmosphärische Dichte ihrer Romane bekannt – auch ihre Rolle als Grenzgängerin von Disziplinen und Schauplätzen wird zunehmend anerkannt. Recherchen zeigen: Wunnicke gilt als eine der auffälligsten Stimmen des aktuellen Literaturbetriebs. Kritiker*innen heben immer wieder ihre pointierte Sprache und ihren Humor hervor, ebenso wie ihre unorthodoxe Art, Gesellschaft und Wissenschaftsgeschichte zu beleuchten. In den letzten Monaten hat sich in der deutschsprachigen Literatur vermehrt die Debatte entfacht, wie anspruchsvolle Unterhaltung und intellektuelle Tiefe zu verbinden sind – Wunnicke liefert hierfür ein Paradebeispiel. Ihre Werke spielen an unterschiedlichsten Orten und Epochen; es geht ihr aber stets um das, was im menschlichen Miteinander zwischen Gewissheit und Täuschung aufblitzt. Die Auszeichnung ist nicht zuletzt auch ein Signal: Frauen mit eigenwilligen Perspektiven prägen die moderne Literatur heute maßgeblich mit.