In ihrer Rolle als Wirtschaftssenatorin für Berlin spart Franziska Giffey nicht mit deutlicher Kritik an Friedrich Merz – gegenwärtig Kanzler und Aushängeschild der CDU. Im Gespräch mit dem 'Stern' bringt sie das auf den Punkt: Weder Stolz, noch echten Optimismus könne sie bei ihm für Deutschland erkennen. Giffey meint, wenn an der Spitze kein positives Narrativ ausgestrahlt werde, dann springe der Funke auch nicht aufs Land über. Regierende sollten, ihrer Meinung nach, mehr leisten als reine Problemaufzählung – bedrückende Szenarien und Jammern seien keine Strategie. Stattdessen trumpft Deutschland in vielen Bereichen auf, von innovativen Start-ups über die Medizin bis hin zur Lebensqualität. Doch in der Öffentlichkeit sei häufig nur von Mühsal die Rede. Was Giffey fehlt? Ein Gegenpol: seriöse, realistische Zuversicht.
Die Bundesregierung, so Giffey, versäume es, die entscheidende Frage nach der Zukunft zu beantworten. Sie höre beständig von Reformbedarf und dem deutschen Lebensstandard – aber kaum von Ehrgeiz, das Land voranzubringen. Man müsse das Narrativ ändern, statt das Bild des Mangels, solle man besser den Wunsch nach Wachstum und Aufbruch vermitteln. Eine 'Jammerstory' nütze niemandem, die Probleme spüre ohnehin jede:r. Ein überzeugender Slogan fehle. Ihr Vorschlag: "Das Deutschland-nach-vorne-Programm" – ausdrücklich kein 'Germany First', sondern ein Aufruf, sich auf die Stärken und das Gemeinsame zu besinnen. "Im Team Deutschland sollte es um Vorwärts denken gehen." Sie zieht einen Sportvergleich heran: Sollte der Fußballtrainer Nagelsmann offensiv von Defiziten und schlechten Aussichten sprechen, käme kein Teamgeist auf – und wahrscheinlich würde niemand zur WM fahren wollen.
Franziska Giffey kritisiert im Interview mit dem 'Stern', Friedrich Merz und der Bundesregierung mangele es an Stolz und Zuversicht für Deutschland. Anstatt ständig über Schwierigkeiten und Risiken zu sprechen, brauche das Land eine klare, positive Vision, die Mut macht. Giffey schlägt deshalb einen Slogan wie das 'Deutschland-nach-vorne-Programm' vor, der Optimismus und gemeinsame Identität betont.
Aktuelle Recherchen zeigen, dass die Debatte um Deutschlands Reformfähigkeit sowie das gesellschaftliche Stimmungsbild derzeit auch in anderen Medien diskutiert wird. Im Zuge der Fußball-EM werden patriotische Gefühle und das Gemeinschaftsgefühl erneut verhandelt; viele fragen sich allerdings, ob zu viel Zurückhaltung und Selbstkritik nicht sogar lähmend wirken können. Zudem steht Deutschlands Ruf als technologie- und innovationsfreudiges Land weiter auf dem Prüfstand – wirtschaftliche Herausforderungen, aber auch Chancen etwa durch KI und erneuerbare Energien sorgen für viel Gesprächsstoff.