GKV-Sparpläne: BITMARCK-Chef Strausfeld sieht Gefahr für Familienversicherung

Andreas Strausfeld, Chef von BITMARCK, ist im Gespräch mit dem Tagesspiegel Background eher ernüchtert, was das aktuelle Sparpaket für die gesetzliche Krankenversicherung angeht. Er sieht weniger Reformwillen, dafür aber die Gefahr von übereilten Flickwerken.

heute 12:47 Uhr | 2 mal gelesen

Ehrlich gesagt, was mich am allermeisten irritiert: Die Idee, die bisher beitragsfreie Familienversicherung zu beschneiden oder gar neu zu bewerten. "Das ist, mit Verlaub, ziemlicher Unsinn." So direkt äußert sich Strausfeld und mahnt, dass mit einer solchen Maßnahme grundlegende soziale Sicherungskonstrukte in Gefahr geraten könnten. Zudem rechnet er vor, dass daraus kaum nennenswerte Einsparungen entstehen würden – aus seiner Sicht also ein politisches Risiko ohne echten Effekt. Was dabei selten geleuchtet wird: Für Technologiedienstleister wie BITMARCK bedeutet so eine Änderung ein heilloses Durcheinander. "Unsere kompletten Abrechnungssysteme basieren auf diesen Grundlagen. Eigentlich müssten wir alles, was Beitrags- und Meldesysteme betrifft, neu stricken – dabei laufen gerade EU-Digitalprojekte und die elektronische Patientenakte parallel auf Hochtouren. Wir reden hier über eine erhebliche Mehrbelastung und Zielkonflikte auf sämtlichen Ebenen." Über weitere Themen wie das neue Digitalgesetz oder Cybersicherheit spricht Strausfeld übrigens ausführlicher im Interview. Das findet man in voller Länge beim Tagesspiegel Background.

BITMARCK-CEO Strausfeld warnt ausdrücklich vor einem Aufweichen der beitragsfreien Familienversicherung im Rahmen des GKV-Sparpakets, da das nicht nur den sozialen Zusammenhalt, sondern auch die Funktionsweise der aktuellen IT-Systeme erheblich gefährden würde. In seinem Interview betont er, dass kurzfristige Änderungen am bestehenden System wenig Einsparpotenzial hätten und langfristig mehr Schaden als Nutzen bringen. Die Diskussion um die GKV bewegt derzeit viele: Die Bundesregierung sucht weiter nach Wegen zur Stabilisierung der Sozialkassen, während Gesundheitsökonomen fordern, tiefgreifendere Reformen statt Einzellösungen anzugehen. In der öffentlichen Debatte werden insbesondere die massiven Herausforderungen für die IT-Branche betont – ungeplante Systemwechsel können im digitalisierten Gesundheitssektor zu komplexen Problemen führen. In aktuellen Medienberichten ist zu lesen, dass die Politik unter massivem Druck steht, Finanzierungslücken zu schließen, zugleich aber vor allem vulnerable Gruppen nicht noch stärker belasten will.

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