GKV stellt sich gegen Krankenhaus-Kritik: Warum Klagen trotz steigender Gelder?

Stefanie Stoff-Ahnis, stellvertretende Chefin des GKV-Spitzenverbandes, äußert Unverständnis darüber, dass Kliniken trotz spürbarer Finanzspritzen aus der gesetzlichen Krankenversicherung erneut Alarm schlagen und sich als Verlierer sehen.

heute 09:25 Uhr | 2 mal gelesen

Fürs kommende Jahr dürfen sich die Krankenhäuser deutschlandweit auf ein sattes Finanzplus freuen – die gesetzlichen Krankenkassen legen mindestens 6,6 Milliarden Euro extra auf den Tisch. Das reiche, so behauptet es Stefanie Stoff-Ahnis vom GKV-Spitzenverband, nicht nur für Löhne und laufende Kosten, sondern biete sogar Spielraum für überfällige Reformen. "Ich frage mich, wie viele andere Branchen sich bei einem Plus von mehr als fünf Prozent hinstellen und von Kürzungen reden würden", so Stoff-Ahnis, die mit den ständigen Warnungen und düsteren Prognosen der Kliniklobby offenbar hart ins Gericht geht. Statt ständig öffentlich mit Schreckensszenarien zu operieren, sollten die Klinikbetreiber lieber konstruktive Vorschläge zur dringend notwendigen strukturellen Erneuerung liefern, findet sie. Interessant: Laut Verband ist von einem finanziellen Stillstand oder gar Rückgang gar keine Rede – im Gegenteil. Schaut man genauer hin, ergeben sich ab 2027 trotz gesetzlicher Anpassungen beim Landesbasisfallwert weiter steigende Einnahmen, die die Kliniken angeblich nutzen könnten, um den Druck aus der Debatte zu nehmen. So ganz am Rande gefragt: Sind Sorgen aus den Krankenhäusern wirklich völlig aus der Luft gegriffen oder steckt vielleicht doch Kompliziertes hinter den Zahlen? Soviel steht fest: Für klare Antworten und konstruktive Lösungen braucht es mehr als schrille Töne.

Die GKV-Spitzenverband-Vize Stefanie Stoff-Ahnis kritisiert die anhaltende Empörung der Kliniken scharf, da diese trotz signifikant wachsender Mittel von geplanten Kürzungen sprechen. Nach Überprüfung aktueller Berichte zeigt sich jedoch, dass viele Kliniken massive Kostensteigerungen durch inflationäre Energiepreise, höhere Löhne (unter anderem nach den jüngst abgeschlossenen Tarifrunden im öffentlichen Dienst) und veränderte Fallzahlen beklagen; diese Effekte können die Mehreinnahmen sogar übersteigen, wie der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands warnt. Zugleich wird deutlich, dass die angekündigten Reformen beim Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach in weiten Teilen umstritten bleiben – nicht zuletzt, weil viele Krankenhäuser insbesondere im ländlichen Raum ihre Existenz gefährdet sehen, die steigenden Mittel kaum alle Preissteigerungen auffangen, und somit die Debatte um die Zukunft der Krankenhauslandschaft Deutschlands wohl noch lange nicht beigelegt ist.

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