Der Kieler Volkswirt Moritz Schularick hatte dem Verteidigungsministerium vorgeworfen, zu wenig auf innovative Technologien zu setzen. Jens Plötner, Staatssekretär, hält dagegen und betont im Gespräch mit dem 'Spiegel', dass für Forschung, Entwicklung und Erprobung im laufenden Jahr rund sechs Milliarden Euro eingeplant seien – das entspreche etwa 13 Prozent der gesamten Rüstungsausgaben. Projekte mit besonders hohem Innovationsanteil, wie etwa im Bereich der Weltraumtechnologie, kämen nochmals auf 3,7 Milliarden Euro und die Tendenz sei steigend. Plötner findet Schularicks Kritik zu verallgemeinernd und verweist darauf, dass auch viele Militärexperten im regelmäßigen Austausch andere Positionen vertreten. Die Panzer abwertend als "Altmetall" zu bezeichnen, sei aus seiner Sicht unpassend. 'Die Wehrfähigkeit entsteht durch das Zusammenspiel verschiedener Systeme – Panzer gegen Drohnen auszuspielen, greift zu kurz', betont Plötner und fügt hinzu, dass trotz der Relevanz von Drohnen und autonomer Waffentechnik weiterhin in bemannte Flugzeuge investiert werden müsse. Der Inspekteur der Luftwaffe habe deutlich gemacht, dass bemanntes Fliegen noch auf absehbare Zeit nötig sei, es aber nächstes Jahr einen Wettbewerb für Technologie im Bereich der unbemannten Begleitflugzeuge geben werde. Plötner unterstreicht, dass es um ein Zusammenspiel und nicht ein Entweder-oder gehe. In Bezug auf die Schuldenbremse und die Ausnahme für Verteidigungsausgaben betont Plötner die Besonderheit und Verantwortung, mit Steuergeld umsichtig umzugehen. Über Schularicks Aussage, ältere Generäle in den Ruhestand zu schicken, zeigte sich Plötner verärgert: Das Alter sei weder ein Nachteil noch ein Verdienst, vielmehr zählt das Zusammenspiel von Erfahrung und neuen Impulsen im Führungsteam.
Jens Plötner verteidigt die derzeitige Rüstungspolitik Deutschlands gegen pauschale Kritik und verweist auf erhebliche Investitionen in Innovation und Forschung, insbesondere im Bereich Weltraumtechnologie und unbemannte Systeme. Plötner hält wenig davon, die militärischen Systeme gegeneinander auszuspielen, sondern sieht die Stärke im Zusammenspiel – sowohl bei der Technik als auch in der Zusammenarbeit unterschiedlicher Generationen im Militär. Jüngste Entwicklungen in der deutschen Verteidigungspolitik zeigen, dass die Bundesregierung unter erheblichem öffentlichen und politischen Druck steht, die Effizienz der Rüstungsausgaben weiter zu erhöhen; so gibt es Debatten über Lieferzeiten von Großprojekten, die Notwendigkeit strategischer Partnerschaften in Europa und technologische Modernisierung, etwa bei digitalen Aufklärungsmöglichkeiten und Cybersicherheit. Die Regierung hat angesichts der geänderten Sicherheitslage seit dem Ukrainekrieg die Verteidigungsausgaben deutlich erhöht, sieht sich aber regelmäßig mit Vorwürfen mangelnder Innovationsdynamik und ineffizienter Mittelverwendung konfrontiert. Neue Beschaffungsvorhaben – wie der geplante Kauf von F-35-Kampfflugzeugen sowie von Drohnen und Satellitentechnik – stehen ebenso unter öffentlicher Beobachtung wie die Frage, wie Deutschland langfristig den Spagat zwischen Modernisierung und haushaltspolitischer Vorsicht bewältigen will.