Glanzlichter der jungen Kunst: Der Young Generation Art Award 2026 und seine Preisträger

Mitten in Berlin wurde 2026 der Young Generation Art Award zum zweiten Mal verliehen. Initiiert von Degussa in Zusammenarbeit mit dem Kunstmagazin Monopol, unterstützt der Preis Nachwuchstalente und begleitet sie auf ihrem künstlerischen Weg. Die diesjährige Ehrung fand im exklusiven Rahmen mit internationaler Bühne statt.

19.02.26 22:05 Uhr | 2 mal gelesen

Die Kunstszene liebt Überraschungen – und irgendwie auch Rituale: Der Young Generation Art Award, gerade erst im vergangenen Jahr gestartet, hat sich im Handumdrehen zu einer Bühne für zeitgenössische Talente gemausert. Wer von außen zuschaut, bekommt schnell das Gefühl, dass hier nicht nur reines Können zählt, sondern auch, wer den Nerv und Zeitgeist trifft. Dieses Jahr: über 400 Bewerbungen, eine kunterbunte Shortlist und am Ende triumphiert der Londoner, ursprünglich aus Nigeria stammende, Ken Nwadiogbu. Seine Werke, faszinierende Verknüpfungen aus Hyperrealismus und abstrakter Farbigkeit, ziehen nicht nur die Augen, sondern auch die Gedanken drumherum an. Gelbe Porträts, Schwarz-Weiß-Blicke, Migrationsthemen – all das verschmilzt auf Leinwand und Stoff, manchmal sogar auf dem traditionsreichen Gewebe Akwete aus Nigeria. Für die Jury waren das offenbar nicht nur optische Höhepunkte, sondern auch stille Verbeugungen vor Vergangenheit und Herkunft. Christian Rauch, Chef von Degussa, zeigte sich hörbar gerührt: „Das ist Kunst, die nicht an der Oberfläche bleibt, sondern unter die Haut geht.“ Neben Nwadiogbu waren auf der Shortlist weitere Namen zu finden: Yuhao Chen, Lunita July Dorn, Arne Grashoff und Emmélie Lempert – allesamt mit eigenen Biografien und prägenden künstlerischen Wegen. Besonders auffällig finde ich, dass einige der Finalist:innen ihre Arbeit an verschiedenen Orten Europas fortsetzen und so zeigen: Internationale Kunstbewegungen sind heute oft biografisch wie geografisch hybrid. Übrigens, falls jemand immer noch denkt, die Jury bestünde aus anonymen Funktionären: Mit Elke Buhr (Monopol), Yilmaz Dziewior (Museum Ludwig) und Maya Heckelmann (Degussa) mischt hier ein durchaus profiliertes und meinungsstarkes Team mit. Das Preisgeld von 10.000 Euro sowie die Möglichkeit einer Soloausstellung auf der Frieze London 2026 – das ist für einen jungen Künstler ein Sprungbrett, das vielleicht nicht jeder je bekommt.

Der Young Generation Art Award hebt einmal mehr die Vielfalt zeitgenössischer Kunst hervor, insbesondere das Potenzial junger Talente, globale Themen und persönliche Erfahrungen in neue künstlerische Formen zu gießen. Der diesjährige Preisträger Ken Nwadiogbu überzeugte durch seine Fähigkeit, traditionelle nigerianische Elemente mit moderner Malerei und gesellschaftlicher Relevanz zu verweben. Erschienen am Übergang zwischen Migrationserfahrung und ästhetischer Innovation, bietet sein Werk nicht nur visuelle Reize, sondern fordert auch zur Auseinandersetzung mit Identität, Heimat und Gemeinschaft auf. In aktuellen Berichten anderer deutscher Medien (taz, FAZ, Spiegel) wird zudem die zunehmend politische Rolle von Nachwuchskunst hervorgehoben: Junge Künstlerinnen und Künstler wie Nwadiogbu setzen sich kritisch mit Themen wie Zugehörigkeit, Diskriminierung und globaler Umbruch auseinander. Parallel dazu verstärkt sich der Trend, Kunstpreise und Ausstellungen als Plattformen für gesellschaftlichen Diskurs zu nutzen, statt bloße Werkschauen zu veranstalten. Laut taz und Zeit.de wächst in Deutschland das Interesse an diverserer und inklusiver Nachwuchsförderung, während sich im Kontext internationaler Kunstmessen – siehe Frieze London – die Bedeutung kultureller Vielstimmigkeit immer mehr als Markenzeichen der Gegenwartskunst etabliert. Nwadiogbu, demnächst in mehreren Wanderausstellungen zu sehen, steht somit exemplarisch für eine junge Generation, die künstlerische Exzellenz mit gesellschaftspolitischem Bewusstsein verknüpft.

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