Weltspiegel: Ausland hautnah – Themen und Menschen, Sonntag 22. Februar 2026, im Ersten beim WDR

Aus München meldet sich Isabel Schayani mit aktuellen Geschichten vom Planeten und spannenden Einblicken.

heute 17:49 Uhr | 3 mal gelesen

Polen: In Polen stehen derzeit junge Männer des Geburtsjahrgangs 2007 und Frauen mit Schlüsselqualifikationen wie Medizin, Krankenpflege oder Dolmetschen zur Musterung. Obwohl der Wehrdienst weiterhin abgeschafft ist, wird die jährliche Musterung sowohl als Zeichen der Wehrbereitschaft als auch als Signal in unsicheren Zeiten, vor allem vor dem Hintergrund des Krieges im Osten und hybriden Bedrohungen, ernst genommen. Man strebt nach der größten Armee in Europa – doch ob das ohne Pflichtdienst klappt, steht noch zur Debatte. Ukraine: Uljana Lastivka kehrte nach dem Tod ihres Mannes an der Front mit ihren Kindern zurück in die Ukraine. Sie arbeitet nun als Sanitäterin, während ihre Kinder bei ihrer Großmutter in Kyjiw leben. Die Situation an der Front bleibt prekär, Ärzte werden dringend gebraucht und Ablösungen lassen oft monatelang auf sich warten – ein fragmentarisches Bild eines Lebens in Unsicherheit, voller Zweifel und Mut. Kanada: Nach markanten Worten von Premierminister Mark Carney in Davos setzt das Land stärker denn je auf Unabhängigkeit von den USA. Firmen wie Arctic Snowplow verzichten kategorisch auf amerikanische Teile, auch wenn ein kompletter Wirtschaftsumbau Zeit braucht. Unternehmer wägen optimistisch neue Chancen in Europa ab, doch bleibt die Skepsis, ob Kanada am Ende tatsächlich unverzichtbar wird. USA/Russland: Das Verhältnis zwischen Donald Trump und Wladimir Putin ist laut Experten von grundverschiedenen Interessen geprägt: Der eine auf Ruhm bedacht, der andere auf Geschäfte und schnelle Deals aus. Es geht weniger um Freundschaft – eher taktische Kälte und Überschneidungen aus Kalkül. Kenia: In einer abgelegenen Region am Turkana-See entstehen digitale Perspektiven für Jugendliche – und das ausgerechnet mitten im Nichts, in einer IT-Schule, die von Solarenergie lebt. Hier lernen junge Menschen kostenlos Webdesign und die Grundlagen des digitalen Wirtschaftens, ermöglicht von den Learning Lions mit Unterstützung eines Ur-Ur-Enkels des bayrischen Königs. So wird digitaler Wandel in der Wüste wahr. Brasilien: In Rio de Janeiro verwandeln Müllmänner von Comlurb, charakteristisch in orangefarbener Arbeitskleidung, Alltagsroutine in kleine Feiern – besonders nach Events wie Karneval, wenn sie tanzend den Müll beseitigen. Die Bevölkerung liebt ihre „Superhelden“ für ihre Arbeitsethik und ihren Optimismus. Podcast: Das Thema Aufrüstung in Polen wird von Janina Werner vertieft. (Redaktion: Heribert Roth | Kontakt: kommunikation@wdr.de)

Mehrere Themen bewegen die Welt, von Polens Wehrbereitschaft und Kanadas Suche nach Unabhängigkeit von den USA über die Lebensrealität im ukrainischen Krieg bis hin zu Bildungsprojekten in Kenia und Alltagshelden in Brasilien. Im Fokus stehen persönliche Geschichten und strukturelle Umbrüche, die teils überraschende Einblicke ermöglichen. Zudem spitzt sich internationale Unsicherheit weiter zu: Jüngste Berichte bestätigen etwa, dass Polen angesichts verstärkter russischer Drohnenaktivitäten und wiederholter Grenzprovokationen umfassende Investitionen in moderne Rüstung und Cyberabwehr tätigt, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung meldet. Gleichzeitig wird der Alltag ukrainischer Soldaten und der medizinischen Versorgung vor Ort immer risikoreicher, laut ZEIT Online sind medizinische Fachkräfte durch extreme Belastung und Personalmangel chronisch überfordert. In Kanada diskutiert man intensiver über strategische Umbauten in der Industrie und Chancen auf dem europäischen Markt, wie der Spiegel analysiert. Die Digitalisierung ländlicher Regionen Kenias schreitet mit internationalen Initiativen zwar fort, ist aber immer wieder von politischen und technischen Hürden bedroht – Süddeutsche berichtet dazu von Pilotprojekten deutscher Stiftungen. Zuletzt erlebt Brasilien im Nachklang des Karnevals erneut eine Debatte um Arbeitsbedingungen und gesellschaftliche Wertschätzung der Müllabfuhr, so die FAZ.

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