EU und Großbritannien drängen auf rasche Einigung bei Handelsgesprächen

Brüssel und London wollen ihre Zusammenarbeit im Handel neu justieren – und der Takt dafür ist ungewöhnlich forsch.

heute 17:38 Uhr | 4 mal gelesen

Nach Angaben aus verschiedenen Insiderkreisen arbeiten die Europäische Union und Großbritannien derzeit unter Hochdruck daran, ihre ohnehin vielschichtigen Handelsbeziehungen vor der Sommerpause in Großbritannien (Juli) neu aufzustellen. Geplant ist ein Gipfeltreffen mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Premier Keir Starmer, bei dem konkrete Ergebnisse erwartet werden. Es geht um ambitionierte Vereinbarungen, insbesondere bei den Themen Emissionshandel, Energie, Lebensmittel- und Landwirtschaftsstandards sowie die militärische Zusammenarbeit. "Ehrgeizig, aber durchaus möglich", so wird in Brüssel kolportiert, wenngleich es vereinzelt Skepsis gibt, ob der Zeitdruck nicht auch zu halbherzigen Kompromissen führen könnte. Schon letztes Jahr hatten beide Seiten die Annäherung beschlossen – interessant: In diesem Jahr steht zudem ohnehin eine Revision des Brexit-Abkommens an. Offenbar werden Verhandlungsrunden jetzt im Zweiwochenrhythmus forciert, abwechselnd in London und Brüssel. Bereits am kommenden Montag geht es in Brüssel wieder zur Sache – keine Pause für die Unterhändler.

Die Handelsverhandlungen zwischen der EU und Großbritannien nehmen im Sommer 2024 Fahrt auf, mit dem Ziel, die Kooperation in Schlüsselbereichen wie Klima, Energie und Sicherheit entscheidend zu erneuern. Einer der Knackpunkte sind die Angleichung von Standards und Kontrollmechanismen, etwa beim Emissionshandel und in der Landwirtschaft – hier stehen nicht nur ökonomische, sondern auch ökologische Interessen im Fokus. Während Befürworter den Pragmatismus des neuen Tempos loben, warnen Kritiker vor zu hastigen Zugeständnissen und möglichen Schwächungen bei Verbraucherschutz oder Klimaauflagen. Auch Experten beobachten, dass die Revision des Brexit-Vertrags Spielraum, aber auch Stolpersteine bietet, z.B. beim Nordirland-Protokoll, das immer noch für Spannungen sorgt. Zusätzlich berichten Medien, dass wirtschaftliche Unsicherheiten wegen Lieferketten und Investitionsströmen besonders im britischen Mittelstand für Unruhe sorgen. Jüngste Entwicklungen zeigen, dass die Gespräche von globalen Trends beeinflusst werden – wie steigenden Energiepreisen und geopolitischen Verschiebungen zwischen EU, USA und China.

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