IG Metall stellt sich vor Tesla-Gigafactory: Bessere Bedingungen jetzt!

Vor den anstehenden Betriebsratswahlen setzt die IG Metall klare Forderungen an Teslas Werk in Grünheide – es geht um mehr als nur ein paar Verbesserungen.

heute 00:03 Uhr | 5 mal gelesen

Es hat sich deutlich herauskristallisiert, wie hart die Arbeit in Teslas Gigafactory wirklich ist. Laut Jan Otto, Bezirksleiter bei der IG Metall, gaben viele Beschäftigte in einer Umfrage zu, dass sie körperlich und psychisch an ihre Grenzen kommen. Wirkliche Erleichterung für die Belegschaft? Laut Otto höchstens, wenn die Produktion ins Stocken gerät – und das wohl eher unfreiwillig. Die IG Metall sieht auch Defizite beim bisherigen Betriebsrat, der offenbar eher den Interessen des Managements diente als denen der Mitarbeitenden. Das spiegelt sich in der Zusammensetzung wider: Die Mehrheit wird von einer Gruppe um die ehemalige Managerin Michaela Schmitz dominiert, was mehrmals für Konflikte mit der Gewerkschaft gesorgt hat. Immerhin: Die IG Metall ist selbst mit rund 40 Prozent im Gremium vertreten – aber eben nicht federführend. Jetzt will die IG Metall Nägel mit Köpfen machen und rückt mit einem Zehn-Punkte-Plan ins Rampenlicht. 'Keine Vetternwirtschaft!' steht da zum Beispiel – Beförderungen sollen künftig nach Können und Leistung, nicht nach Beziehung verteilt werden. Außerdem macht die Gewerkschaft auf die Belastung aufmerksam: Unterbesetzte Teams sollen nicht einfach mehr leisten, sondern bei Bedarf muss eben das Band langsamer laufen. Gesundheit dürfe nicht hinten anstehen, nur weil Boni und Rendite winken. Otto, der Bezirkschef, fordert von Tesla zudem Respekt im Umgang, gerade auch dann, wenn Beschäftigte mal krank sind: 'Der Druck auf Ausfallende muss endlich ein Ende haben.' Ich frage mich: Was ist ein Arbeitsplatz wert, wenn Menschlichkeit fehlt?

Die IG Metall fordert vor den Betriebsratswahlen im Tesla-Werk Grünheide eine deutliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen, darunter weniger Stress, mehr Personal bei höherer Produktion und faire Beförderungen ohne Vetternwirtschaft. Hintergrund ist eine Umfrage, in der viele Beschäftigte von sehr belastenden Arbeitsbedingungen berichteten; die Gewerkschaft will mit einem Zehn-Punkte-Plan Veränderung erzwingen. Inzwischen sorgen Streiks bei Tesla-Werken auch in Schweden, wie verschiedene Medien berichten, für Aufsehen und zeigen, dass international der Druck auf den Elektroauto-Hersteller wächst.

Recherchen der letzten Tage beleuchten vor allem das unruhige Verhältnis zwischen Tesla und seinen Belegschaften auch anderswo, insbesondere die harten Bedingungen in der Produktion, hohe Fluktuation und zunehmende Kritik an mangelndem Arbeitsschutz. Berichtet wird beispielsweise, dass Elon Musk sich wiederholt kritisch über Gewerkschaften äußerte und Tesla bisher in vielen Ländern eine aggressive Anti-Gewerkschaftsstrategie fährt. Der Arbeitskampf der IG Metall in Grünheide wird damit ein weiteres Kapitel im internationalen Ringen um angemessene Arbeitsstandards bei einem der wichtigsten Akteure der E-Mobilität.

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