Warken dringt auf mehr Geld für Pflegeheime – Entlastung für Bewohnende geplant

Um Pflegebedürftige finanziell zu entlasten, will Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU), dass die Zahlungen der Pflegekassen an Pflegeheime steigen. Ihr Plan: Die Leistungen sollen künftig an die Inflation gekoppelt werden, damit Bewohnerinnen und Bewohner seltener zur Kasse gebeten werden. Die Pläne sind Teil einer umfassenden Reform, die bald kommen könnte.

16.02.26 23:45 Uhr | 4 mal gelesen

Es ist schon erstaunlich: Statt regelmäßiger Anpassung bleibt der Eigenanteil für Pflegebedürftige immer wieder eine wachsende Belastung. Genau das möchte Ministerin Warken jetzt ändern. Ihrer Ansicht nach braucht es eine sogenannte Dynamisierung der Pflegekassen-Leistungen – sprich: die Zahlungen müssten automatisch Jahr für Jahr an die Lebenshaltungskosten angepasst werden. Im Prinzip ein nachvollziehbares Anliegen, denn so könnten alle, sowohl Heime als auch Bewohner, besser planen. Immerhin: Die ewigen politischen Verhandlungen um ein paar Euro mehr oder weniger könnte man sich sparen. Trotzdem bleibt Unsicherheit: Wird der Pflegedeckel, wie debattiert, bei 1.000 Euro eingeführt? Oder bleibt doch wieder alles Stückwerk? Angesichts steigender Preise und Personalkosten kein triviales Thema. Grundlage der laufenden Debatte ist übrigens das Eckpunktepapier der Bund-Länder-Arbeitsgruppe zum Zukunftspakt Pflege, das kurz vor Weihnachten öffentlich wurde. Laut Zahlen des Wissenschaftlichen Instituts der Privaten Krankenversicherung wird die geplante Reform aber richtig teuer: Über 137 Milliarden Euro könnten allein bis 2040 anfallen. Das ist, vorsichtig gesagt, eine große politische Hausnummer.

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken möchte mit einer an die Inflation gekoppelten Anpassung der Pflegeleistungen den stetig steigenden Eigenanteilen für Pflegeheimbewohner entgegenwirken. Dieser Schritt ist Teil einer Gesamtreform, deren zentrale Empfehlungen bereits im Dezember von einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe vorgelegt wurden. Die geplanten Maßnahmen – insbesondere die Begrenzung des Eigenanteils auf 1.000 Euro (Pflegedeckel) – wären laut aktuellen Schätzungen eine milliardenschwere Belastung für die Pflegekassen; Kritiker warnen daher vor enormen Kosten und Herausforderungen in der praktischen Umsetzung. Zudem wird aktuell kontrovers diskutiert, ob eine reine Inflationsanpassung ausreicht, um tatsächlich eine dauerhaft bezahlbare und hochwertige Pflege zu sichern, besonders angesichts Fachkräftemangel und regional sehr unterschiedlicher Kostenstrukturen. Aktuelle Debatten in Politik und Gesellschaft zeigen, dass zwar Einigkeit über den Handlungsbedarf besteht, jedoch über das „Wie“ und „Wieviel“ noch lange keine Einigkeit erzielt wurde.

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