Die bevorstehende Versammlung in Stuttgart elektrisiert die CDU. Klar: Friedrich Merz ist für viele die Identifikationsfigur – es gibt Zuspruch, aber auch Erwartungen. Carsten Linnemann etwa, der Generalsekretär, hält Merz für den richtigen Kanzler im richtigen Moment. Dennoch stapeln sich die Probleme aus der Vergangenheit, die hohe Staatsverschuldung drückt. Laut Linnemann ist es höchste Zeit für große, wirkungsvolle Reformen: "Erste Schritte sind getan" – das klingt nüchtern, fast ein bisschen zu pragmatisch. Vertrauen, so sagt er, wächst eben nur mit echtem Handeln.
Roland Koch, einst Ministerpräsident in Hessen und enger Vertrauter, stellt klar: Für Merz ist die CDU Herzenssache, vielleicht mehr als für andere. Ein kleiner Seitenhieb gegen Angela Merkel schwingt da mit – ihr berühmter Satz von der Partei, der sie "nahesteht", käme Merz nie über die Lippen, findet Koch.
Wirklich zufrieden ist auch Koch nicht: Die Reformpläne haken, der Frust sei "natürlich". Wenig überraschend: Die Schuldigen findet er außerhalb der Union, nämlich bei der SPD, die nach der Wahl weniger Kooperationsspielraum gehabt haben soll als gedacht.
Karin Prien, Vizechefin der CDU, mahnt zur Geduld. Wer Wunder über Nacht erwartet, wird eben enttäuscht – sie selbst lehnt sich da entspannt zurück. Merz steht für demokratische Prozesse mitten aus der Mitte; mancher würde es sich in der Partei aber auch radikaler wünschen.
Am Freitag steht dann die Zäsur an: Merz wird wohl zum ersten Mal als Bundeskanzler zum CDU-Parteichef bestätigt werden. Bei der letzten Wahl 2024 gab's fast 90 Prozent – ein starkes Zeichen. Ob das Ergebnis jetzt ähnlich ausfällt, bleibt offen. Wobei, Politik hat ja oft mehr mit überraschenden Wendungen zu tun als mit Planbarkeit.
Kurz vor dem CDU-Parteitag in Stuttgart machen prominente Stimmen aus der Partei – darunter Generalsekretär Linnemann und Ex-Ministerpräsident Koch – deutlich, dass sie sich mehr sichtbare Reformschritte unter der Führung von Kanzler Merz wünschen. Trotz eindeutiger Unterstützung für Merz sind die Erwartungen hoch: Gerade die hohen Altschulden und die ausbaufähige Reformdynamik werden angesprochen. Karin Prien bremst die Ungeduld mancher Parteimitglieder mit dem Verweis auf den Wert demokratischer Verfahren und politische Geduld.
In aktuellen Medienberichten wird das Bild bestätigt: Der CDU-Parteitag gilt als Stimmungstest für Merz, dessen Beliebtheit zwar hoch ist, doch viele in der Partei sehen beim Reformtempo Nachholbedarf. Die Diskussionen drehen sich dabei nicht nur um inhaltliche Themen wie Wirtschafts- oder Migrationspolitik, sondern auch um die Frage, wie geschlossen die Partei tatsächlich hinter Merz steht – und ob er die unterschiedlichen Strömungen zusammenbringen kann. Auch das Thema AfD-Abgrenzung bringt zusätzliche Spannung, wie etwa spiegel.de oder faz.net berichten. Darüber hinaus wird berichtet, dass die CDU mit neuen programmatischen Linien (beispielsweise in der Bildung oder bei wirtschaftlichen Herausforderungen) punkten will. Weitere Stimmen fordern eine stärkere Profilierung und konsequentere Oppositionsarbeit, sollten Koalitionen erforderlich werden.