Grüne setzen sich erneut für bundesweites Tempolimit ein

Katharina Dröge, die an der Spitze der Grünen-Fraktion im Bundestag steht, plädiert mit Nachdruck für eine flächendeckende Geschwindigkeitsbegrenzung auf deutschen Straßen.

heute 09:07 Uhr | 3 mal gelesen

In einem Interview mit RTL und ntv ließ Dröge keinen Zweifel daran, was sie aktuell für sinnvoll hält: "Ein Tempolimit ist die richtige Entscheidung – und Wirtschaftsministerin Katharina Reiche sollte das schnell angehen." Ihrer Ansicht nach würde so eine Maßnahme nicht nur das Unfallrisiko minimieren und den CO₂-Ausstoß drücken, sondern auch auf die drohende Benzin-Knappheit reagieren – eine Art Dreifachwirkung. Besonders unter dem Eindruck möglicher Engpässe betont Dröge, wie wichtig es sei, jetzt endlich den Spritverbrauch herunterzuschrauben. Nach Einschätzung der internationalen Energieagentur, so Dröge weiter, könnte sich "eine der heftigsten Energiekrisen seit Langem" anbahnen. Sie insistiert: "Ein Tempolimit ist im Grunde eine einfache, machbare Lösung, die uns in vielerlei Hinsicht nützt." – Klar, das Thema ist damit nicht neu, aber vielleicht, mit Blick auf die aktuellen Nachrichten, nötiger denn je.

Die Debatte um das Tempolimit gewinnt angesichts von Energieknappheit und Klimazielen neue Brisanz. Laut Dröge ginge ein Tempolimit über den Umweltschutz hinaus: Es könne Deutschland helfen, unabhängiger von krisenhaften Energiemärkten zu werden. Neueste Diskussionen laufen parallel dazu, dass Befürworter*innen auf geringere Unfallzahlen und eine entspanntere Verkehrssituation verweisen, während Kritiker*innen der Maßnahme weiterhin fehlende Flexibilität und wirtschaftliche Nachteile befürchten. Unabhängige Studien belegen, dass ein Tempolimit sowohl Emissionen als auch Kraftstoffverbrauch unmittelbar senken könnte, doch politisch bleibt das Thema ein Dauerbrenner mit verhärteten Fronten. Interessanterweise werden in anderen europäischen Ländern, wie Frankreich oder Spanien, Geschwindigkeitsbegrenzungen schon lange als Normalität empfunden, während Deutschland sich an seinem „Rasen als Freiheit“-Mythos festklammert.

Schlagwort aus diesem Artikel