Sara Nanni, die für Verteidigung zuständige Sprecherin der Grünen, äußerte sich gegenüber der „Rheinischen Post“ deutlich: Wer heute mit Eigeninitiative seinen Wehrdienst absolviert, kann sich dem anschließenden Reservedienst praktisch nicht mehr entziehen. Das, so Nanni, wirke wie ein Schnellschuss, der kurzfristig helfen mag, aber nicht dazu beiträgt, die Akzeptanz der Bundeswehr dauerhaft zu verbessern. Sie fragt sich offen, ob diese Herangehensweise wirklich dazu führt, dass mehr Menschen sich langfristig für den aktiven Dienst entscheiden. Schon jetzt laufen Überlegungen, wie Reservisten wieder stärker in militärische Übungen eingebunden werden können. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) verfolgt diesen Ansatz, sodass künftig die Teilnahme an Wehrübungen für Reservisten verpflichtend werden könnte. Der Entwurf ist allerdings noch nicht beschlossen – im Kabinett steht die Debatte dazu noch aus.
Die aktuelle Diskussion um die Pläne von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius, Reservisten stärker und verpflichtend für Übungen heranzuziehen, wird von den Grünen kritisch begleitet. Sie warnen vor möglichen negativen Auswirkungen auf die Motivation Freiwilliger und argumentieren, dass Zwang eher abschreckend als motivierend wirke. Hinzu kommt die Sorge, dass kurzfristige Lösungen keine nachhaltige Bereitschaft für den Dienst in der Bundeswehr schaffen – ein Punkt, der auch von anderen Parteien aufgegriffen wurde. Die öffentliche Debatte ist in vollem Gange, und auch außerhalb der Parteien gibt es geteilte Meinungen über die Rückkehr zu härteren Verpflichtungen. In den vergangenen Tagen wurde auch thematisiert, dass die Bundeswehr nur mit weitreichender gesellschaftlicher Unterstützung wieder wachsen kann, was zwangsweise auferlegte Pflichten eher gefährden könnten.