Handwerk warnt vor SPD-Erbschaftsteuerplänen: Sorgen um betriebliche Nachfolge

Der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), Jörg Dittrich, übt deutliche Kritik an den Erbschaftsteuerplänen der SPD und fordert, die Betriebsnachfolge nicht zu gefährden.

heute 11:20 Uhr | 2 mal gelesen

Mit kaum zurückhaltenden Worten hat ZDH-Präsident Jörg Dittrich im Gespräch mit dem 'Handelsblatt' den SPD-Vorstoß zur Erbschaftsteuerreform ins Visier genommen: "Bloß nicht an das Betriebsvermögen gehen." Man solle, meint er, erst die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts abwarten, bevor man überhaupt an grundsätzliche Änderungen denke. Pläne der SPD, große Erbschaften stärker und kleinere Beträge weniger zu besteuern, sollen laut Partei mehr Gerechtigkeit schaffen – ein Begriff, der je nach Perspektive zu dehnen ist. Dittrichs Argument bleibt, Betriebsvermögen sei kein Luxusgut wie Villen oder Yachten, sondern das Rückgrat vieler kleiner und mittelständischer Betriebe. Diese nutzen ihr Vermögen für Maschinen, Fahrzeuge, Werkstätten – für etwas, das greifbar und produktiv ist. Eine Verschärfung der Regeln könnte, so Dittrich, sowohl den Generationswechsel als auch das Weiterbestehen zahlreicher Betriebe massiv torpedieren. Stille Angst schwingt mit: Wer nimmt einen Handwerksbetrieb an, wenn die Steuerlast erdrückt?

Die Debatte um die Erbschaftsteuer sorgt seit Tagen für hitzige Reaktionen, besonders unter Unternehmer:innen und im Handwerk. ZDH-Präsident Dittrich pocht darauf, dass Betriebsvermögen – anders als etwa geerbte Luxusimmobilien – zur eigentlichen Wirtschaftskraft beiträgt und fordert eine Fortsetzung der Verschonung. Verschiedene Medien berichten, dass neben den Handwerksverbänden auch Familienunternehmer und Wirtschaftsvertreter vor möglichen negativen Folgen für die Nachfolge und die Wettbewerbsfähigkeit warnen. Die SPD hält jedoch an ihrem Gerechtigkeitsargument fest und verweist darauf, dass millionenschwere Erbschaften einen Beitrag zur öffentlichen Infrastruktur leisten sollten. Laut mehreren Zeitungen kommt hinzu, dass das Bundesverfassungsgericht wichtige Weichen mit seinem anstehenden Urteil stellt, bevor endgültige politische Entscheidungen fallen. SPD und Grüne fordern weiterhin Entlastungen für kleine Erbschaften, während die CDU/CSU und wirtschaftsnahe Verbände auf die Gefahr für Arbeitsplätze durch mögliche Steuererhöhungen hinweisen. Laut aktuellen Recherchen gibt es zudem Bedenken, dass Deutschland im internationalen Vergleich seine Unternehmen zu stark belastet, was Investitionen erschweren und Betriebe ins Ausland treiben könnte.

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