Heimatkick und Häuserschätze: Was kosten Wohnungen dort, wo unsere Nationalspieler herkommen?

Berlin – Zum Anpfiff der Fußball-WM hat ImmoScout24 ausgecheckt, wie viel Geld man für Eigentumswohnungen in den Geburtsorten deutscher Nationalspieler auf den Tisch legen muss und wie viele Traumwohnungen man sich mit ihrem Marktwert dort leisten könnte.

heute 09:00 Uhr | 2 mal gelesen

Die Fußball-Weltmeisterschaft sorgt nicht nur für packende Spiele, sondern bietet auch Anlass für so manche ungewöhnliche Statistik. ImmoScout24 zum Beispiel hat sich gefragt: Wie teuer ist Wohnraum in den Heimatstädten unserer Nationalspieler, und – das mag erst mal schräg klingen – wie viele Wohnungen könnte der jeweilige Marktwert der Spieler vor Ort eigentlich kaufen? Ein Ansatz, der ein wenig Kopfkino auslöst: Florian Wirtz als heimlicher Immobilienmagnat von Pulheim? Die durchschnittlichen Quadratmeterpreise in den Geburtsorten von 26 Kaderspielern variieren dramatisch: Während in München (Heimat von Stiller und Pavlovic) der Quadratmeter mit durchschnittlich 7.829 Euro zu Buche schlägt, kostet der gleiche Raum in Gelsenkirchen (Manuel Neuers Ursprungsort) gerade mal 1.997 Euro. Das ist eine Differenz von ungefähr 5.800 Euro – quasi ein halbes Kleinwagenleben. Im Mittelfeld der Preise findet man Städte wie Bremen oder Brandenburg an der Havel, wo der Schnitt auf Landesniveau herumdümpelt. Hamburg (Tah, Nmecha), Stuttgart (Musiala) und Düsseldorf (Thiaw) heben die Latte für Wohnungskäufer deutlicher an, wobei je nach Geburtsort und Größe zwischen „geht noch“ und „unerreichbar selbst mit 10 Toren“ alles dabei ist. Raffiniert auch die Frage nach dem Immobilien-Multiplikator: Bei einem angenommenen Standard von 80-Quadratmeter-Wohnungen kann Wirtz mit seinem Marktwert von 110 Millionen Euro in Pulheim rechnerisch 377 Wohnungen kaufen. Nick Woltemade (Bremen) käme mit 65 Millionen auf 308 Einheiten, Musiala auf stolze 264 Wohnungen in Stuttgart. In München allerdings, dem Preisrekordhalter, verschluckt der Quadratmeterpreis viel vom möglichen Prachtkauf: Stillers Marktwert reicht hier „nur“ für etwa 72 Wohnungen. Und Manuel Neuer? Ihn zieht’s nach Gelsenkirchen zurück – dort könnten seine 4 Millionen noch ausreichen, um Besitzer von 25 Wohnungen zu werden. Ein schönes Gedankenspiel, auch wenn sich die wenigsten Fußballstars auf dem Immo-Markt ihrer Heimat zu erkennen geben dürften. Nebenbei gibt’s den Datensatz zum Nachlesen bei ImmoScout24 – manchmal sind die schönsten Geschichten eben Zahlen, die keiner erwartet.

Die Preise für Eigentumswohnungen in den Heimatorten der deutschen Fußball-Nationalspieler könnten kaum bunter gemischt sein. Während München als Spitzenreiter mit fast 8.000 Euro pro Quadratmeter ins Rennen geht, bewegt sich Gelsenkirchen mit unter 2.000 Euro am unteren Ende der Preisskala. Besonders interessant: Je nach Marktwert könnten sich einzelne Spieler rein rechnerisch etliche Dutzend bis hunderte Wohnungen in ihrem Heimatort leisten, würde man ihr „sportliches Kapital“ eins zu eins in Steine investieren – wobei der Gedanke an den Torwart, der zur Immobiliengröße wird, zumindest schmunzeln lässt. Aktuelle Berichte zeigen, dass der deutsche Immobilienmarkt weiterhin von Unsicherheiten geprägt ist – steigende Bauzinsen begegnen einer wachsenden Nachfrage nach Wohneigentum, während gerade in Großstädten wie München der Markt zwar stabil bleibt, aber auf einem sehr hohen Preisniveau verharrt. Gleichzeitig beobachtet man laut Zeit und FAZ eine Verlangsamung des Preisanstiegs in einigen Städten, wobei regionale Unterschiede markant bleiben und Standorte wie Düsseldorf und Stuttgart nach wie vor teuer sind. Besonders für junge Menschen und Familien wird Wohneigentum zunehmend schwieriger erreichbar, was die ungewöhnlichen Rechenbeispiele der Nationalspielermarktwerte umso absurder, aber auch gesellschaftlich relevanter erscheinen lässt.

Schlagwort aus diesem Artikel