Henkel-Chef Knobel plädiert für ruhige Hand gegenüber der Politik

Carsten Knobel, der Boss des Konsumgüter-Giganten Henkel, plant weitere Firmenübernahmen und plädiert gleichzeitig für mehr Nachsicht dem Berliner Kabinett gegenüber.

heute 18:41 Uhr | 1 mal gelesen

Übernahmeoffensiven gehören für Henkel zum Alltag. Das zeigt nicht zuletzt Carsten Knobels jüngstes Interview mit der "Süddeutschen Zeitung", wo er gelassen erklärt, dass das Unternehmen weiterhin auf Einkaufstour gehen könnte – vorausgesetzt, Strategie und Preis stimmen. Trotz der Kürzlich erfolgten Kauforgien – fünf Firmen für rund fünf Milliarden Euro – steht Henkel solide da. Knobel betont die gesunde Bilanz: "Kaum Schulden, selbst nach diesen Investitionen," meint er. Hauptsache, die Chemie muss passen – im doppelten Sinne: strategisch und finanziell, sonst bleibt der Einkaufswagen leer. Feindliche Übernahmen? Das bleibt für Knobel ein absolutes Tabu. Was den politischen Kurs betrifft, zeigt sich der Henkel-Chef bemerkenswert geduldig. Knobel findet: Aufregung bringt jetzt gar nichts, stattdessen rät er zu kühlem Kopf und Zeit zur Entfaltung – auch und gerade gegenüber Kanzler Friedrich Merz und seinem Kabinett, das erst ein gutes Jahr im Amt ist. Ein wenig Durchhaltevermögen könnten auch Kritiker gebrauchen, findet er. Zu früh geschürter Unmut schade dem Vertrauen – und sende heikle Zeichen nach außen.

Carsten Knobel, seit Ende 2019 Vorstandschef bei Henkel, setzt weiterhin auf Akquisitionen als Schlüssel zur Expansion, und die vergangenen Monate bestätigen einen klaren Investitionskurs – trotz eines wirtschaftlich angespannten Umfelds. Laut Geschäftsberichten hat Henkel nicht nur durch Übernahmen, sondern auch durch eine Neuausrichtung der Produktlinien seine Position am Markt gestärkt. Politisch verfolgt Knobel auffällig eine Linie der Geduld, gerade auch angesichts schwankender Zustimmungsraten für die Bundesregierung und wirtschaftlicher Verunsicherungen in Deutschland – übrigens ein Ansatz, der im Wirtschaftsumfeld derzeit selten zu hören ist. Ergänzend bleibt anzumerken, dass in der aktuellen politischen und wirtschaftlichen Lage viele DAX-Konzerne sowohl Chancen in der Konsolidierung als auch in innovativen Geschäftsmodellen sehen. Knobel hebt heraus, dass eine vorschnelle Kritik an der Regierung nicht nur innenpolitisch schädlich sein kann, sondern auch das Image deutscher Unternehmen und Investitionen international beeinträchtigen könnte.

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