Der Länderfinanzausgleich bleibt in Deutschland ein Zankapfel. Hessens Ministerpräsident Boris Rhein stellt das bisherige System offen infrage, weil es nach seiner Auffassung die wirtschaftlich stärkeren Länder über Gebühr belastet – ganz besonders in Haushaltskrisen. Er schlägt vor, zukünftige Transfers an handfeste Anstrengungen der Empfängerländer zu koppeln, zum Beispiel bei der Verwaltungsmodernisierung oder beim Schuldenabbau; andernfalls solle es keine dauerhafte Unterstützung mehr geben. Etwas überraschend ist das nicht – Bayern etwa argumentiert in ähnliche Richtung, auch weil die Summen im Ausgleich in den letzten Jahren immer weiter steigen. Auf Bundesebene kocht die Debatte hoch, weil einige Geberländer ihre eigenen Etats kaum noch ohne Kredite ausgleichen können, aber trotzdem an die Gemeinschaft abgeben. Zuletzt forderten Vertreter aus Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg ebenfalls strengere Bedingungen und eine Begrenzung der Zahlungen.
Zusätzliche aktuelle Recherchen zeigen: Die Bundesregierung plant aktuell keine radikale Reform, verweist aber auf die schwierige Haushaltslage und internen Druck. Verschiedene Medien berichten von wachsenden Spannungen unter den Ministerpräsident*innen, weil die Spaltung zwischen "reichen" und "armen" Bundesländern tiefer wird – das beeinflusst auch die Stimmung in den anstehenden Landtagswahlen.
heute 17:36 Uhr