Sicherheitsbeauftragte sind ein fester Teil der Arbeitswelt – und trotzdem werden sie von vielen immer noch unterschätzt. Sie laufen nicht mit Abzeichen und Lametta herum, sondern agieren mitten im Team, selten auf dem Chefsessel. Ihr Auftrag ist ehrenamtlich und oft herausfordernd: Sicherheitsrisiken erkennen, ansprechen, gemeinsam für mehr Arbeitsschutz sorgen. Was dabei fehlt? Offizielle Macht. Genau das macht ihre Rolle besonders. Ehrlich gesagt: Manchmal tut mir diese Gratwanderung fast leid, denn sie balancieren zwischen Teamkollegen, Führungsetage und ganz alltäglichen Missständen.
Das einzige, was in solchen Situationen wirklich weiterhilft, ist ein Werkzeug, das überall und nirgends ist: Kommunikation. Nein, nicht dieses „Ich-möchte-mit-Ihnen-über-Ihre-Arbeitsweise-sprechen“-Geplänkel, sondern echte Gespräche auf Augenhöhe. Gerade weil Sicherheitsbeauftragte quasi undercover unterwegs sind, kommen sie an die neuralgischen Punkte ran: Unsichere Handgriffe, zu lockere Helme, gefährliche Gewohnheiten – alles bekommt man eben nur mit, wenn man Teil der Belegschaft ist. Doch diese Nähe hat zwei Seiten: Man kennt sich, schätzt einander, ist vielleicht sogar befreundet. Das kann helfen, aber manchmal steht genau das im Weg. Wie sagt man jemandem freundlich, dass er Schutzkleidung doch bitte nicht als Accessoire, sondern zum Schutz tragen sollte? Ich weiß aus eigener Erfahrung: Mit erhobenem Zeigefinger geht das selten gut. Veränderung geht nur im Dialog.
Und dann gibt es die ewigen Unbelehrbaren. Diejenigen, zu denen selbst die besten Argumente nicht durchdringen. Hier ist irgendwann Schluss – denn Sicherheitsbeauftragte sollen und müssen keine heimlichen Chefs sein. Irgendwo muss auch klar geregelt werden, wann aus freiwilligem Einsatz eine Führungsverantwortung wird. Dafür sollten die eigentlichen Vorgesetzten auch den Mut haben, das Thema zu übernehmen, statt es ab- oder weiterzuschieben. Sonst werden Rollen verwischt und die Frustration wächst.
Wer mehr darüber wissen will, sollte sich mal durch die Themen der BG ETEM klicken: Im Podcast „Ganz sicher“ wird ehrlich und offen diskutiert, wie Sicherheitsbeauftragte erfolgreich kommunizieren, warum Führungskräfte mitziehen müssen und welche Verantwortung jeder Einzelne trägt. Nachhören kann man das Ganze online oder über die bekannten Streaming-Plattformen – wer lieber liest: Der Hintergrund zur BG ETEM ist ebenfalls einen Klick wert.
Der Beitrag hebt hervor, dass Sicherheitsbeauftragte eine Schlüsselrolle für die Arbeitssicherheit aus den eigenen Reihen innehaben, allerdings ohne formelle Weisungsbefugnis. Entscheidend für ihren Erfolg sei eine offene und wertschätzende Kommunikation – einerseits, um Risiken frühzeitig zu erkennen, andererseits, um die Belegschaft zur Mitarbeit zu motivieren. Bei 'beratungsresistenten' Kollegen endet die Verantwortung der Sicherheitsbeauftragten jedoch, Abmahnungen und klare Ansagen bleiben Führungsaufgabe.
Ergänzend zeigt ein Blick in aktuelle Debatten (z.B. bei taz, Spiegel und FAZ), dass das Thema Arbeitsschutz unter den Bedingungen von Personalnot und Stress am Arbeitsplatz zunehmend in den Fokus rückt. Neuere Berichte diskutieren unter anderem, wie Homeoffice-Regelungen und psychische Belastungsfaktoren neue Herausforderungen für das Thema Sicherheit und Prävention darstellen – auch hier kommt der zwischenmenschlichen Kommunikation große Bedeutung zu. Besonders Führungskräfte stehen vor der Aufgabe, mit neuen Formaten und transparenter Kommunikation ein Klima der Offenheit zu schaffen, das die Arbeit von Sicherheitsbeauftragten stärkt und tragfähiger macht.