Wer einen Blick in die aktuellsten Zahlen des Statistischen Bundesamts riskiert, reibt sich womöglich die Augen: Schon wieder sind die Importpreise zu Jahresbeginn gesunken – einfach so, ganz nüchtern -2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Zugegeben, das wirkt erst mal abstrakt. Was heißt das nun konkret? Besonders ins Auge sticht der Energiekomplex: Hier hat sich der Preisrückgang auf satte 21,1 Prozent gegenüber Januar 2025 summiert. Und trotzdem – paradoxerweise – geht’s gegenüber dem Dezember plötzlich wieder klar bergauf (plus 3,5 Prozent bei Energie insgesamt, Strom gar um 16,6 Prozent teurer in nur einem Monat). Man bekommt fast das Gefühl, die Preisbewegungen werfen Würfel.
Exportseitig schaut’s anders aus: Da sind die Preise minimal höher als vor einem Jahr – genau um 0,2 Prozent, also fast eine mathematische Petitesse. Besonders auffällig sind die Agrarrohstoffe und Lebensmittel: Kakao, Schweine und Getreide wurden spürbar billiger importiert, allein Geflügel und Nüsse scheren aus und verteuern sich deutlich. Manchmal sind’s einfach die Details, die Geschichten erzählen (Stichwort: Haselnüsse +55 Prozent!).
Wer tiefer eintaucht, entdeckt, dass Vorleistungsgüter preislich nach oben tendieren, insbesondere Edelmetalle. Das ist selten eine komplett glatte Linie – zwischendurch fallen etwa Kunststoffe und Eisenprodukte im Preis, wie um zu demonstrieren, dass der Markt keine Symmetrie kennt.
Alles in allem ein Momentbild mit klaren Gewinnern und Verlierern – und der erneute Beweis, dass Wirtschaftsdaten gleichermaßen nüchtern und überraschend daherkommen können. Zahlen bleiben eben nur Zahlen, solange niemand nach ihren Geschichten fragt.
Zum Jahresanfang 2026 verfestigt sich das Bild abnehmender Importpreise, insbesondere getrieben durch rückläufige Energiepreise im Jahresvergleich. Auffällig ist aber, dass sich im Januar eine leichte Trendwende vollzog: Die Preise klettern gegenüber Dezember 2025 erneut an, was überwiegend auf die teureren Energieimporte – insbesondere Strom – zurückgeht. Der Mix aus schwächerer Nachfrage, schwankenden Rohstoffpreisen und geopolitischen Verzerrungen sorgt insgesamt für ein uneinheitliches Preisbild – typisch für eine fragilere Weltwirtschaft, in der Klarheit eher Ausnahme als Regel ist.
Ergänzung durch aktuelle Recherche: Laut neuen Berichten von taz, FAZ und Zeit bleibt der Energiepreisdruck angesichts geopolitischer Unsicherheiten und leichter konjunktureller Erholung weiterhin ein volatiler Faktor. Zudem verstärken klimabedingte Ernteausfälle bei Agrarrohstoffen punktuell Preissprünge – bei einzelnen Lebensmitteln drohen dadurch im Lauf des Jahres weitere Ausschläge. Exportseitig zeigt sich, dass die leichte Steigerung der Preise auf gezielte Sondereffekte bei Vorleistungsgütern und einige Preiserhöhungen im Bereich tierischer Produkte zurückzuführen ist.