Am 9. Juni 2026 trafen sich Expertinnen und Experten in Berlin, um eine simple, aber ziemlich unbequeme Frage zu diskutieren: Reicht die politische Grundlage überhaupt aus, um die ganzen Milliarden fürs Bauen – naja, wirklich zu verbauen? Dr.-Ing. Heinrich Bökamp, Präsident der Bundesingenieurkammer, zeigte sich skeptisch. Er rückte die täglichen Herausforderungen mittelständischer Ingenieurbüros ins Scheinwerferlicht – und das mit Nachdruck. Deren Beitrag sei unverzichtbar – immerhin wären es die Ingenieurinnen und Ingenieure, die letztlich aus Ideen Bahntrassen oder Hochwasserdämme machen würden.
Die Zwickmühle: Während Minister Schnieder von Investitionsrekorden spricht, stöhnen kleinere Büros unter Papierbergen, teuren Pflichten und kaum planbaren Projekten. Zu oft gäbe es Aufträge auf den letzten Drücker, dazu ein Fachkräftemangel wie aus dem Lehrbuch – und Honorare, die mit Aufwand und Verantwortung keineswegs Schritt halten. Unterm Strich, daran ließ die Kammer keinen Zweifel: Wenn sich die wirtschaftlichen und politischen Signale nicht grundlegend wandeln, verhungert die deutsche Infrastruktur am eigenen Anspruch. Ohne einen echten Fokus auf den Mittelstand bringen auch die höchsten öffentlichen Ausgaben wenig – oder um es salopp zu sagen: Die Brücke stockt schon beim Entwurf.
Die Bundesingenieurkammer mahnt daher eine mittelstandsfreundliche Politik an. Ihr Präsident wirbt für faire Honorare, weniger Bürokratie und verlässlichere Projektplanung. Sonst drohen Engpässe bei der Planung – ganz egal wie groß die angekündigten Investitionstöpfe sind.
Die Bundesingenieurkammer warnte beim politischen Abend am 9. Juni 2026 eindringlich davor, Infrastrukturprojekte der Bundesregierung nur als Investitionssummen zu sehen, ohne die Lage der mittelständischen Ingenieurbüros ernsthaft zu berücksichtigen. Neben wachsender Bürokratie, Fachkräftemangel und unberechenbaren Projektausschreibungen belasten vor allem unzureichende Honorare und hohe Haftungsrisiken kleine und mittlere Büros – das bedroht letztlich die Umsetzung großer Bauvorhaben. Neuere Medienberichte unterstreichen, wie diese Probleme mittlerweile zu realen Verzögerungen bei Bahn- und Brückenprojekten führen und auch im internationalen Vergleich Deutschlands Wettbewerbsfähigkeit bedrohen. Nach Recherchen zeigt sich zudem, dass der Druck auf den Mittelstand nicht nur durch bürokratische Hürden, sondern zunehmend auch durch digitale Transformationsanforderungen wächst, wodurch kleine Büros oft ins Hintertreffen geraten. Experten fordern daher, neben simplen Investitionen gezielt Programme zur mittelstandsgerechten Modernisierung, zur Verwaltungsvereinfachung und zur nachhaltigen Personalentwicklung aufzulegen, damit die Planungs- und Umsetzungskraft tatsächlich mit den Investitionen mithalten kann.