Ipsos-Umfrage: AfD stellt eigenen Rekord auf, Union sinkt auf Tiefstwert seit 2022

Die AfD zieht in der neuesten Wählerumfrage von Ipsos weiter davon – während die Union an Zustimmung einbüßt und einen Tiefpunkt erreicht.

heute 08:54 Uhr | 5 mal gelesen

Hätte Deutschland am Sonntag Bundestagswahl, käme die AfD laut Ipsos nun auf 28 Prozent (+1) – das ist ihr bisheriger Rekordwert. Sie bleibt damit stärkste Partei, ihr Abstand zu den anderen wächst weiter. Dagegen rutscht die Union noch einmal um einen Punkt ab und landet bei 22 Prozent, so schwach war sie laut Ipsos zuletzt Anfang 2022. Bei den Grünen und der SPD tut sich kaum etwas, beide stagnieren bei 14 beziehungsweise 13 Prozent. Interessant: Die Linke klettert auf 13 Prozent (+1) und steht damit erstmals gleichauf mit der SPD – auch das ist für sie ein neuer Höchstwert in dieser Umfrage. Wenig Bewegung bei den kleineren Parteien: Die FDP hält sich mit 4 Prozent unterhalb der Fünf-Prozent-Hürde, das BSW kommt nicht vom Fleck (3 Prozent), auch sonstige Parteien verlieren leicht (3 Prozent, -1). Für die Umfrage hat Ipsos 1.000 wahlberechtigte Bürgerinnen und Bürger in Deutschland nach typischen soziodemografischen Gesichtspunkten und vergangenem Wahlverhalten befragt, Zeitraum: 4. bis 6. Juli. Es bleibt die Frage: Was bedeutet dieses Bild für die politische Debatte? Oder steckt womöglich mehr dahinter als nur statistische Momentaufnahmen?

Die politische Landschaft in Deutschland zeigt sich laut Ipsos-Umfrage aktuell im Umbruch: Die AfD erreicht mit 28 % einen neuen Höchststand und distanziert die konkurrierenden Parteien zunehmend. Insbesondere die Union verliert weiter an Zustimmung, während Linke und SPD sich nun das gleiche Niveau teilen – für die Linke bedeutet das ein Allzeithoch bei Ipsos. Hinter diesen Zahlen stehen vielschichtige Bewegungen: Die AfD profitiert offenbar von Unzufriedenheit mit der Bundesregierung, der Diskurs um Migration und europäische Politik spielt eine Rolle; die etablierten Parteien ringen dagegen um Profil und Glaubwürdigkeit – was in unterschiedlich gewichteten Themen wie Klimapolitik, Bildung und Sicherheit immer wieder sichtbar wird. Zusätzlich lohnt ein Blick auf aktuelle politische Entwicklungen: Die CDU diskutiert über programmatische Konsequenzen, während die Ampel-Parteien ihre Koalition unter wachsenden internen Spannungen fortführen. Zudem erschüttern bundesweit Proteste gegen Rechtsextremismus und Anti-Demokratie-Tendenzen die Gesellschaft, aber auch jüngere Wählergruppen wenden sich neuen Parteien oder Protestbewegungen zu (Stichwort: Politisierung junger Menschen nach tragenden Ereignissen wie Klimaaktionswochen und Anti-AfD-Protesten). Was genau in den kommenden Wochen und Monaten passiert, bleibt ungewiss.

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