Italo will deutschen Bahnmarkt aufmischen – Preise könnten drastisch fallen

Mit dem Markteintritt von Italo in Deutschland könnten Fernzugtickets deutlich erschwinglicher werden – der italienische Anbieter verspricht preisliche Revolution.

heute 02:59 Uhr | 3 mal gelesen

Gianbattista La Rocca, Chef des italienischen Schnellzuganbieters Italo, lässt mit einer gewagten Ansage aufhorchen: Er prognostiziert, dass sich das Preisniveau für Fernzüge in Deutschland nach Start von Italo um satte 40 Prozent nach unten bewegen könnte. Klingt erstmal wie ein Versprechen, das man gerne glauben möchte, auch wenn Skeptiker sich an dieser Stelle fragen könnten: Woher nimmt er diese Zuversicht? Italo will ab 2028 mit dreißig modernen Zügen auf zwei zentralen Strecken in den deutschen Wettbewerb einsteigen – so zumindest der Plan. Spätestens Ende Juni wartet das Unternehmen auf grünes Licht der Bundesnetzagentur. Der CEO betont: Ehrlicher Konkurrenzkampf soll für mehr Service und günstigere Preise sorgen – nicht weniger als eine kleine Revolution also. So rechnet La Rocca mit einer Zunahme der Fahrgastzahlen um bis zu 40 Prozent im Jahr, was nicht nur für die Italo-Züge, sondern für die Branche insgesamt spannend wäre. Die Ausstattung verspricht Komfort pur: Ledersitze, flottes Internet via 5G und Starlink. Apropos Preis: Das günstigste Ticket soll mindestens 20 Prozent unter dem DB-Tarif liegen, und zwischen den Reiseklassen – nämlich Smart Class, Prima Business und Club Executive – wird es teils große Preisunterschiede geben, bis zu 60 Prozent. Falls alles klappt, sucht Italo noch ein wahres Heer von Mitarbeitenden, von Lokführern über Servicekräfte bis hin zu IT-Spezialisten und Marketingleuten. Manchmal fragt man sich ja, was so eine Preisdynamik für andere Anbieter und das gesamte System bedeuten könnte – aber ehrlich gesagt klingt der Wettbewerbsvorstoß erstmal erfrischend.

Der geplante Deutschland-Eintritt von Italo könnte im Fernverkehr ordentlich für Bewegung sorgen. Neben günstigeren Tickets und mehr Komfort bemüht sich Italo, dem Markt frischen Wind einzuhauchen – die Hoffnungen ruhen allerdings auf der bevorstehenden Entscheidung der Bundesnetzagentur. Ob der Preiskampf am Ende wirklich einen dauerhaften Schub für die Fahrgastzahlen und eine Qualitätsverbesserung bringt, bleibt offen, aber der Wettbewerb ist nach zahlreichen Medienanalysen dringend notwendig.

Jüngste Berichte zeigen weiter, dass auch andere Bahnunternehmen wie Flixtrain den etablierten Markt der Deutschen Bahn herausfordern und damit die Ticketpreise unter Druck setzen wollen. Besonders mit Blick auf die deutschen Klimaziele könnte dieser Wettbewerb die Verkehrswende vorantreiben, sofern die Züge wirklich voll werden und der Service hält, was versprochen wird. Neben Italo und Flixtrain gibt es laut Medien zunehmend politische Signale, weitere Wettbewerber ins Land zu lassen, um Fahrgästen attraktive Preise und Alternativen zur Verfügung zu stellen. (Recherchiert am 11.06.2024)

Schlagwort aus diesem Artikel