Jeder Zweite spart nicht fürs Alter – Deutsche zwischen Unsicherheit und Wunsch nach Reformation

Fast 42 Prozent der Befragten in Deutschland legen privat kein Geld für die Zeit nach dem Berufsleben zurück. Ein Trend, der nachdenklich stimmt – und viele Fragen offenlässt.

heute 02:59 Uhr | 2 mal gelesen

Etwa die Hälfte der Menschen in Deutschland spart aktuell für das Alter, wie eine Befragung des Instituts Insa im Auftrag der 'Bild am Sonntag' ergab. 42 Prozent verzichten hingegen völlig auf private Rücklagen – also nichts auf dem Sparbuch, keine Fonds, keine Aktien. Klingt gefährlich, nicht wahr? Besonders, wenn man auf die Unsicherheiten rund um die gesetzliche Rente blickt. Übrigens: Neun Prozent haben sich zum Thema gar nicht geäußert. Interessant, wie viel Unentschlossenheit da mitschwingt. Viele Bürger fordern in Sachen Rente deutlich mehr Unterstützung vom Staat. Über ein Viertel (genauer: 28%) wünschen sich, dass der Steuerzuschuss ins Rentensystem kräftig erhöht wird. Für höhere Beiträge der Beschäftigten können sich immerhin 18% erwärmen, während 15% langsamere Rentenanpassungen bevorzugen. Noch überraschender ist vielleicht: Die Kopplung des Rentenalters an die (wachsende) Lebenserwartung stößt auf breite Ablehnung – 58% sagen ziemlich deutlich Nein, nur 28% stimmen zu. Da schwingt offenbar viel Skepsis mit. Auffällig viel Konsens gibt es beim Vorschlag, das Renteneintrittsalter an die tatsächlich geleisteten Arbeitsjahre zu binden. Über die Hälfte spricht sich dafür aus – bedeutet konkret: Wer später einsteigt, geht später raus. Klingt erstmal nach Fairness, aber ich frage mich, wie das in der Praxis funktionieren würde. Vielleicht eine Spur zu optimistisch gedacht? Die Umfrage, immerhin recht frisch, basiert auf den Antworten von 1.004 Personen, erhoben am 18. und 19. Juni 2026.

Die aktuellen Umfrageergebnisse spiegeln eine beunruhigende Lage bei der Altersvorsorge in Deutschland wider: Fast die Hälfte spart nicht für das Alter, während sich die Debatte um die Stabilität der gesetzlichen Rente weiter zuspitzt. Interessanterweise äußern Experten zunehmend Bedenken, dass politische Maßnahmen zu Steuerzuschüssen und Rentenbeiträgen allein nicht ausreichen werden – unter anderem, weil die demografische Entwicklung die Belastung für das System erhöht. In Medienberichten der vergangenen Tage wird zudem diskutiert, wie innovative Ansätze, etwa die Förderung betrieblicher Altersvorsorge oder flexiblere Modelle beim Renteneintritt, helfen könnten, das System sozialverträglich umzubauen. Zusätzlich spielt in den Diskussionen immer stärker das Thema Altersarmut eine Rolle, gerade unter Frauen und Geringverdienern. Der Wunsch nach Veränderung ist groß – Unsicherheit und Zögern aber offenbar ebenso.

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