Jens Spahn: Zwischen Zuversicht und ehrlichen Worten – Vertrauen zu SPD-Kollege Miersch auf Höchststand

Unionsfraktionsvorsitzender Jens Spahn (CDU) schildert seine Zusammenarbeit mit SPD-Fraktionschef Matthias Miersch als ausgesprochen vertrauensvoll – mit Raum für offene Auseinandersetzungen.

heute 06:02 Uhr | 2 mal gelesen

Wenn man Jens Spahn so zuhört, wie er im Podcast 'Machtmenschen' über die Beziehung zu Matthias Miersch spricht, klingt das beinahe nach einer kleinen politischen Freundschaft – zumindest auf Arbeitsebene. Auf die (nicht ganz unwichtige) Frage, wie viel er ihm auf einer Skala von eins bis zehn vertraut, schmeißt Spahn ohne großes Nachdenken ein glattes 'Zehn' raus. Zugegeben: Das war beileibe nicht immer so. Gerade zu Beginn sei da durchaus Misstrauen gewesen – oder vielleicht besser gesagt Vorsicht, wie man sie nun mal hat, wenn man den anderen eigentlich noch gar nicht kennt. Mit den Jahren, geprägt von Erfolgen, aber auch den einen oder anderen hitzigen Diskussionen, sei ein robustes Vertrauensfundament entstanden. Spahn betont, dass dieses Vertrauensverhältnis nicht das Gleiche ist wie Friede, Freude, Eierkuchen zwischen Union und SPD – im Gegenteil. Gerade weil sie sich auch mal klare Kante zeigen, halte das Miteinander dem politischen Wind stand. Solche Offenheit, so denkt Spahn, schadet dem Klima in seiner Partei nicht. Aber es klingt ein bisschen danach, als wolle er auch vor allem zeigen: Mit Miersch kann er Tacheles reden – ohne Groll, dafür mit gegenseitigem Respekt. Und eigentlich, mal ehrlich, ist das im Politikbetrieb gar nicht so selbstverständlich.

Jens Spahn hat im Podcast 'Machtmenschen' von Focus offen gemacht, dass sein Vertrauensverhältnis zu SPD-Fraktionschef Matthias Miersch eine glatte Zehn verdient. Interessant ist, dass Spahn betonte, eine solche Vertrauensbasis sei am Anfang keineswegs selbstverständlich gewesen, sondern vielmehr das Ergebnis einer andauernden und oft auch kontroversen Zusammenarbeit. Aktuell ist das Verhältnis der beiden ein Gegenbild zum teils rauen Ton zwischen ihren Parteien – und zudem eine Ausnahme im sonstigen politischen Umgang, der häufig von Misstrauen oder parteipolitischer Taktik geprägt ist. Aktuell berichtet die taz von einer vorsichtigen Annäherung zwischen CDU und SPD in ausgewählten Themenfeldern, auch wenn parteiinterne Spannungen nicht ganz verschwinden (Quelle: taz). Der Spiegel hebt in einem aktuellen Artikel hervor, dass gerade persönliche Beziehungen zwischen Fraktionsspitzen oft entscheidend für den politischen Kurs sein können, selbst wenn die öffentliche Stimmung aufgehitzt bleibt (Quelle: Spiegel). Die SZ hat jüngst beleuchtet, dass trotz aller Unstimmigkeiten und Grabenkämpfe auf Bundesebene punktuell pragmatische Kooperationen bestehen – und diese werden oft inoffiziell von gegenseitigem Respekt getragen (Quelle: Süddeutsche Zeitung).

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