Flix-Chef prognostiziert schwerere Zeiten für die Deutsche Bahn bei möglichem Italo-Start

Einen neuen Rivalen auf den Schienen fürchtet Flixtrain kaum – vielmehr sieht Flix-CEO André Schwämmlein die Deutsche Bahn ins Hintertreffen geraten, falls der italienische Anbieter Italo tatsächlich in den deutschen Markt einsteigt.

heute 00:03 Uhr | 3 mal gelesen

Spannend, wie sich die Dinge verschieben, wenn plötzlich neue Züge am Horizont auftauchen: Laut André Schwämmlein, Chef von Flix, sei Italo gar nicht unbedingt ein Problem für Flixtrain. Vielmehr, so seine Ansicht gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, hätte vor allem die Deutsche Bahn ein dickes Problem am Hals, sollte die private Italo-Bahn auf deutschen Strecken unterwegs sein. Flix setzt ja bekanntlich schon länger auf ein ergänzendes (manche sagen: unkonventionelles) Angebot neben der Bahn – so zumindest Schwämmlein selbst. Außerdem: Flix will ab 2028 mit 65 neuen Talgo-Zügen weiter Gas geben oder, naja, eher Strom. Das Ziel: das Billig-Bahn-Konzept ausweiten, am liebsten in enger Abstimmung mit dem Regionalverkehr. Hunderttausende, ach was, zig Millionen von neuen Fahrgästen will Schwämmlein dann auf die Schiene locken. Nebenbei – er kündigt ein Hochgeschwindigkeitsnetz auf DB-Niveau an. Seine Skepsis gegenüber den Neuerungen der Bundesnetzagentur: Die empfohlene Eigenbelegungsquote bringe Neueinsteigern wie Italo wenig. Es handele sich eher um eine recht technische Lösung für Ausnahmefälle, statt um echte Konkurrenzförderung. Auch der Versuch von Italo, besonders gefragte Strecken schon im Voraus über Jahre zu blocken, wurde abgeschmettert. Eine einheitliche EU-Regelung zu Trassenvergaben soll ohnehin erst in einigen Jahren kommen – ein schöner Beweis, wie langsam Mühlen manchmal mahlen.

In dieser Gemengelage spitzen sich mehrere Entwicklungen zu: Flixtrain will mit neuen Zügen und günstigeren Preisen weiter wachsen und dabei stärker mit dem Nahverkehr kooperieren – ein ehrgeiziges Ziel, das den Bahnmarkt ordentlich aufrütteln könnte. Währenddessen stellt der angekündigte (wenn auch noch hypothetische) Einstieg von Italo in Deutschland die Deutsche Bahn vor Herausforderungen, was vor allem durch die strengen Trassenzuteilungen deutlich wird. Neuere Nachrichten zeigen außerdem, dass die Bundesnetzagentur tatsächlich zunehmend Druck bekommt, faire Wettbewerbsbedingungen für alle Anbieter zu schaffen – besonders, weil in Europa mehr Wettbewerb auf der Schiene politisch gewünscht ist. Erwähnenswert ist zudem, dass andere Länder dabei weiter sind: Frankreich sieht bereits mehrere ernstzunehmende Wettbewerber, und auch in Spanien kommt Bewegung auf den Markt. Zusätzlich auffällig: In den letzten Stunden gab es Berichte über zunehmende Engpässe auf Deutschlands Schienennetz, was den Markteintritt neuer Anbieter wie Italo erschweren könnte. Andere Stimmen in der Presse bezweifeln, dass Flix tatsächlich auf Augenhöhe mit der DB ziehen kann, weil Infrastruktur und Kundenerfahrung weiterhin große Unterschiede ausmachen.

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