Kellner prangert teure Beraterausgaben im Wirtschaftsministerium an
Michael Kellner, wirtschaftspolitische Stimme der Grünen, wirft Wirtschaftsministerin Katherina Reiche vor, Millionen in externe Beratungsdienste zu investieren, während Mittelstandshilfen gekürzt werden.
heute 05:02 Uhr | 2 mal gelesen
Michael Kellner hat klare Worte gefunden – eine Sache, für die er nicht gerade bekannt ist: "Unterstützt lieber die kleinen Betriebe statt Beratungsfirmen zum Luxusleben zu verhelfen." Seine Kritik an Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) traf ins Schwarze. Sie habe Gelder für das Mittelstandsprogramm ZIM gestrichen und gleichzeitig reichlich Aufträge an externe Beratungsunternehmen vergeben. Und wofür? Für Aufgaben, die laut Kellner ohne Weiteres von den Ministerialbeamten übernommen werden könnten. Die Ausrede, im Haus fehle angeblich Fachkompetenz, hält er für Quatsch – beim Bau von Flüssiggas-Terminals oder staatlichen Übernahmen von Konzernen könne Beratung Sinn machen, aber nicht für allgemeine Industriefragen. Kellner geht sogar noch weiter. Er spricht von einer Ministeriumsspitze, die erfahrene Beamte – ganz unabhängig von deren politischer Orientierung – einfach hinausbefördert habe. "Da sitzt jetzt kaum noch wer, der das Ministerium wirklich stemmen kann. Ergebnis? Kostenintensive Berater übernehmen das Kommando." Beträchtlich enttäuscht zeigt sich Kellner über das gebrochene Sparversprechen der aktuellen Koalition: Statt Beraterverträge abzubauen, würden sie weiter ausgeweitet. Und die politischen Konflikte zwischen den Minister:innen, die könne ohnehin keine externe Firma glätten: "Wenn’s im Kabinett kracht, dann kracht’s eben. Beratung hin oder her."
Im Kern wirft Michael Kellner Wirtschaftsministerin Reiche vor, den enormen Beratereinsatz zu verantworten und dabei die Förderung des Mittelstandes zu vernachlässigen. Nach Recherchen zu aktuellen Entwicklungen zeigt sich, dass Beraterhonorare im öffentlichen Sektor ein wiederkehrendes politisches Streitthema sind – gerade unter Sparzwängen sorgt der Vorwurf der Verschwendung immer wieder für Unmut. Zuletzt betonen viele Stimmen in der Debatte, dass komplexe staatliche Aufgaben manchmal externe Unterstützung brauchen, allerdings fordern Experten und die Opposition mehr Transparenz sowie eine klare Kosten-Nutzen-Abwägung. Überraschend – und nicht nur in Deutschland – werden Regierungsausgaben für Beratung immer wieder als Symbol für mangelndes Vertrauen ins eigene Verwaltungspersonal diskutiert.