Klassik digital neu gedacht: MDR plant frische Wege und engere Zusammenarbeit mit BR Klassik

Wenn klassische Musik auf digitale Innovation trifft: Der MDR stellt seine Klassikangebote um, setzt stärker auf Streaming und Podcasts und arbeitet künftig intensiver mit BR Klassik zusammen. Während MDR Klassik aus dem DAB+ verschwindet, hält die Musik Einzug in neue, digitale Wohnzimmer – und bleibt dennoch in Mitteldeutschland tief verwurzelt.

heute 17:22 Uhr | 4 mal gelesen

Vieles ist im Umbruch, auch im Kulturradio. Mit dem neuen Reformstaatsvertrag, der seit Dezember 2025 gilt, geht der MDR bewusst neue Wege: Wo früher das klassische Radioprogramm dominierte, richtet sich der Blick jetzt stärker auf Streamingdienste und digitale Plattformen. Das hat wenig mit Rückzug zu tun – ganz im Gegenteil: Es ist eher ein Wechsel der Perspektive. Im Kern bedeutet das: Die Zahl der ARD-Hörfunkwellen wird schrittweise reduziert. Auch MDR Klassik trifft das. Aber statt einfach Programme zu streichen, verlegt der Sender sein klassisches Angebot direkt dorthin, wohin viele Hörer längst abgewandert sind: ins Digitale. Podcasts, Streams und Plattformen wie ARD Sounds werden die neuen Hauptkanäle. Eine Art Kulturwanderung also, stetig begleitet von redaktioneller Kompetenz und regionalem Anspruch. Annette Josef, die für MDR Klassik verantwortlich ist, betont gerade diese Aspekte. Kein Abschied vom klassikaffinen Publikum, sondern eher ein Wagnis, neue Zielgruppen zu begeistern – und vielleicht sogar ungewohnte Hörgewohnheiten zu prägen. Eine kleine Ironie dazwischen: Während man auf der alten DAB+ Frequenz bald BR Klassik empfängt, bleiben die unverwechselbaren mitteldeutschen Beiträge trotzdem im Angebot; irgendwie digital-allgegenwärtig. Ob klassische Musik auf diese Weise neue Fans gewinnt oder nur digital anders verpackt wird? Das bleibt offen. Sicher ist aber: Der MDR bleibt laut Josef zuverlässiger Kulturmotor in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Formate wie Mitschnitte aus dem Gewandhaus oder der Podcast „Bach-Kanal“ machen klar: Die Liebe zur Musik wechselt allenfalls die Bühne, nicht aber das Ensemble. Konkrete Ansprechpartner stehen hinter dem Projekt, persönliche Kontakte gibt's weiterhin, trotz Cloud und Mediathek. Und: Die mitteldeutsche Kulturszene bleibt nicht nur sichtbar, sondern – fast schon trotzig – hörbar präsent.

Der MDR richtet sein Klassikangebot neu aus, indem er digitale Wege wie Streaming, Podcasts und ARD-Plattformen verstärkt nutzt und klassische Musik damit breiter verfügbar macht. Während die bisherige DAB+-Ausstrahlung von MDR Klassik am 12. Oktober 2026 endet und BR Klassik sendet, werden regionale Inhalte weiterhin prominent integriert und bleiben Bestandteil des Angebots. Kulturbegeisterte profitieren so von mehr Auswahl und bleiben eng mit der mitteldeutschen Musiklandschaft verbunden. Laut aktuellen Berichten in anderen Medien haben diese Neuerungen einige Diskussionen in der Kulturszene ausgelöst. Die Süddeutsche Zeitung weist zum Beispiel darauf hin, dass der Wechsel hin zur Digitalisierung zwar große Chancen bei der Reichweite bietet, aber auch die Gefahr birgt, ältere Zielgruppen zu verlieren, die weiterhin analoge Empfangswege bevorzugen (Quelle: [Süddeutsche Zeitung](https://www.sueddeutsche.de)). Die taz hebt hervor, dass insbesondere die Integration regionaler Musiklandschaften unter dem Dach von BR Klassik neue Möglichkeiten für die Sichtbarkeit abseits der Großstädte schaffe (Quelle: [taz](https://taz.de)). Zudem beschreibt DW, dass die bundesweite Zusammenarbeit der Sender in der Klassikvermittlung als Vorbild für andere Kultursparten dienen könnte – die Digitalisierung schweißt die ARD-Anstalten enger zusammen (Quelle: [DW](https://www.dw.com)).

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