Kramp-Karrenbauer kritisiert öffentliche Spekulationen um Bundespräsidentenwahl scharf
Annegret Kramp-Karrenbauer, Chefin der Konrad-Adenauer-Stiftung und langjährige CDU-Politikerin, zeigt sich sichtlich genervt über die wachsende, öffentliche Diskussion rund um die potenzielle erste Bundespräsidentin Deutschlands. Sie mahnt zur Zurückhaltung und betont, wie wichtig dem Amt die Würde ist.
heute 13:00 Uhr | 7 mal gelesen
Was passiert da eigentlich seit einigen Wochen? Die Debatte um das höchste Amt im Land scheint in eine Richtung zu laufen, mit der Annegret Kramp-Karrenbauer, AKK wie sie oft genannt wird, so gar nichts anfangen kann. Sie vergleicht das mediale Gerangel gar mit der Atmosphäre auf einem Basar, auf dem um das Amt gefeilscht wird – das finde sie unangemessen. "Wir sprechen hier vom höchsten öffentlichen Amt unseres Landes ... da kann man sich doch nicht wie Marktschreier hinstellen und Reden schwingen wie auf einem Jobmarkt!", so oder so ähnlich lässt sie sich im Sender "Welt" aus. Bewerbungsreden? Öffentliche Schlagabtausche? Für sie undenkbar, ja: würdelos. Interessanterweise ist sie selbst immer wieder auf Listen potenzieller Kandidatinnen zu finden – eine Ironie, die kaum jemandem entgeht. Lässt sich eine öffentliche Debatte in Zeiten schneller Medien überhaupt noch einfangen? Schwer zu sagen. Ihre Botschaft bleibt: Mehr Respekt, mehr Diskretion – zumindest, wenn es um das Bundespräsidentenamt geht.
Kramp-Karrenbauer, die als Vorsitzende der Konrad-Adenauer-Stiftung und ehemalige CDU-Vorsitzende eine prominente politische Rolle einnimmt, kritisiert die aktuelle öffentliche Diskussion um die Nachfolge von Bundespräsident Steinmeier. Dabei stört sie sich vor allem an den offen geführten „Bewerbungsreden“, die ihrer Ansicht nach den Charakter des Amtes beschädigen und dem nötigen Respekt nicht gerecht würden. Hinter den Kulissen taucht ihr eigener Name allerdings regelmäßig im Dunstkreis potenzieller Kandidatinnen auf, was die Debatte zusätzlich anheizt – ein Paradoxon in einer Zeit, in der mediale Aufmerksamkeit politische Karrieren viel stärker prägt als früher. Nach aktueller Medienrecherche bleibt offen, wie sich diese Diskussion auf die Entscheidungsfindung der Parteien für die Wahl im kommenden Jahr auswirken wird. Außerdem berichten mehrere Zeitungen, dass parallel in Berlin intensive Gespräche über eine mögliche breite parteiübergreifende Einigung laufen, bei der Geschlecht und Parteilinie diesmal eine größere Rolle spielen könnten. Inzwischen fordert auch Bundespräsident Steinmeier in eigenen Statements mehr Sachlichkeit und Mäßigung, während der politische Druck auf alle Beteiligten zunimmt.