Man könnte meinen, mit der Teillegalisierung von Cannabis hätte Deutschland Neuland betreten, aber so klar ist das Bild nun nicht. Die Forscher von Ekocan ziehen in ihrem aktuellen Bericht ein gemischtes Fazit: Einiges funktioniert, anderes läuft ziemlich schief. Zwar gehen jetzt mehr Konsumierende den legalen Weg, doch zentrale Versprechen des Gesetzes – etwa die Rolle der Anbauvereinigungen – werden kaum eingelöst. Es hakt an den Rahmenbedingungen, zu viele Regeln, oft zu streng, und die Vereine dürfen online praktisch gar nichts sagen. Spannend, oder irritierend: Schutzmaßnahmen für Kinder und Jugendliche schlagen in der Praxis offenbar fehl – nicht so, wie am Reißbrett geplant. Die Zusammenarbeit zwischen Polizei, Ämtern und Beratungsstellen bleibt eher Stückwerk als orchestriertes Teamplay. Interessant auch: Die Nachfrage nach Suchtberatung nimmt ab, während gleichzeitig organisierte Kriminalität und der medizinische Sektor betroffen sind. In der Politik macht sich Unmut breit. Gesundheitsministerin Nina Warken spricht von einem Fehler, besonders weil Interventionsprogramme schwächeln und im Netz viel zu wenig kontrolliert wird. Dobrindt bläst ins gleiche Horn und hält das Gesetz im Kern für jugendgefährdend und kriminalitätssteigernd. Familienministerin Prien sieht die Ampel beim Kinder- und Jugendschutz gänzlich auf dem Holzweg.
Deutschland ringt mit den Folgen der Cannabis-Teillegalisierung. Während einige erhoffte Effekte wie ein Rückgang des Schwarzmarktes sich zeigen, bleiben laut dem Ekocan-Bericht große Probleme bestehen – insbesondere beim Jugendschutz, den Anbauvereinigungen und der Kontrolle des medizinischen und illegalen Cannabisverkehrs. Aktuelle Berichte unterstreichen, dass Expert:innen teils schärfere Regulierungen, pragmatische Anpassungen und eine bessere Koordination der beteiligten Akteure fordern. Auffällig ist der drastische Rückgang präventiver Angebote für junge Menschen und der Anstieg unregulierter Online-Angebote mit hohem THC-Gehalt. In den letzten 48 Stunden wurde in mehreren Medien (u.a. DER SPIEGEL, Süddeutsche Zeitung, ZEIT Online) die Kritik der Opposition besonders betont – sie werfen der Regierung vor, den Jugendschutz zu vernachlässigen und den illegalen Markt zu stärken. Gerade Eltern und Lehrkräfte äußern laut Umfragen Sorgen, dass Kinder und Jugendliche künftig noch leichter Zugang zu Cannabis bekommen. In einigen Beiträgen wird zudem die wissenschaftliche Unsicherheit darüber diskutiert, ob Teillegalisierung zu weniger Konsumproblemfällen oder einfach zu anderen Erscheinungsformen von Drogenproblemen führt.