Sanofi kritisiert neue Empfehlungen der FinanzKommission Gesundheit scharf

Frankfurt/Main – Heidrun Irschik-Hadjieff, Chefin von Sanofi Deutschland, bezieht Stellung zu den jüngsten Vorschlägen der FinanzKommission Gesundheit – und ihre Worte haben es in sich.

heute 10:32 Uhr | 2 mal gelesen

Im aktuellen Koalitionsvertrag steht schwarz auf weiß: Deutschland soll weltweit zur Hochburg für Chemie, Pharma und Biotechnologie werden. Eigentlich klingt das vernünftig – tatsächlich aber, so meint Sanofi, laufen die Ideen der FinanzKommission Gesundheit diesem Ziel mitten ins offene Messer. Die neuen Vorschläge drohen, die Pharmabranche am Standort Deutschland zu schwächen. Das hätte nicht nur wirtschaftliche Folgen, sondern betrifft letztlich auch alle, die auf moderne und schnelle medizinische Versorgung hoffen.

Fakt ist: Trotz steigender Verordnungszahlen bleiben die Arzneimittelausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung seit Jahren konstant bei etwa 16 bis 18 Prozent. Gleichzeitig steuern Innovationen aus der Pharmaindustrie Milliarden zur Stabilität des Systems bei: 2025 erwartet man Einsparungen von ca. 29 Milliarden Euro. Trotzdem ist ausgerechnet diese Branche seit geraumer Zeit mit einem Herstellerabschlag belastet – eine Art Sondersteuer, die sonst niemand zahlt.

Jetzt will die Finanzkommission den Herstellerabschlag verdoppeln und dazu noch dynamisch gestalten. Für Sanofi ist das ein Schlag ins Gesicht – und ein Bruch mit der Strategie, Deutschland als Innovationsstandort zu stärken. Noch dazu wird die Branche für Kosten-Entwicklungen in anderen Sektoren haftbar gemacht, was schlicht unfair ist. Diese Politik würde Investitionen und Innovationskraft geradewegs ins Ausland drängen.

Besonders brisant: Der Vorschlag, sogenannte 'therapeutisch vergleichbare' Medikamente in Clustern zu bündeln und einem erbitterten Preiskampf auszusetzen. Gesundheit wird dadurch zur Ware. Die Versorgung von Patienten könnte sich massiv verschlechtern, weil medizinisch sinnvolle Alternativen verdrängt werden. Für Ärzte hieße das: Preiskampf statt Therapiefreiheit – eine fatale Entwicklung, denn medizinische Entscheidungen sollte niemand am Taschenrechner treffen.

Auch die Menge der verordneten Medikamente soll streng limitiert werden, was faktisch einen weiteren Abschlag für innovative Arzneien bedeutet. Sanofi warnt: Das System funktioniert schon jetzt streng genug, weitere Verschärfungen sind nicht nötig. Das Preis-Mengenmodell ist noch jung, zeigt aber bereits spürbare Effekte.

Impfstoffe werden von den Empfehlungen ebenfalls nicht verschont. Rückkehr zu Rabattverträgen, Preismoratorien und ständige Preisverhandlungen – alles Schritte, die sich in der Vergangenheit als brandgefährlich für die Sicherheit der Versorgung erwiesen haben. Impfstoffe sind keine x-beliebigen Medikamente, ihre Herstellung ist aufwendig und teuer. Wer hier am falschen Ende spart, riskiert, dass Deutschland beim nächsten Impf-Engpass auf dem falschen Fuß erwischt wird.

Sanofi pocht deshalb auf echte Reformen und einen klugen Ordnungsrahmen, der Innovationen ermöglicht. Die aktuellen Vorschläge drohen, den Bogen zu überspannen und die Forschungskraft auszubremsen. Gerade angesichts internationaler Konkurrenz – etwa aus den USA – sei verlässliche Politik entscheidend. Nur dann werden Investitionen wie der geplante Ausbau des BioCampus Frankfurt tatsächlich Realität. Fazit: Wer technologische Souveränität will, muss für stabile Spielregeln sorgen.

Hintergrund zu Sanofi

Sanofi ist ein weltweit agierendes Biopharma-Unternehmen mit dem erklärten Ziel, mithilfe modernster Wissenschaft und KI lebensverbessernde Medikamente zu entwickeln und Menschen in allen Lebenslagen zu unterstützen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sich dem Ziel verschrieben, medizinische Herausforderungen unserer Zeit zu adressieren – von chronischer Krankheit bis zur Impfstoffversorgung. Sanofi setzt explizit auf zukunftsweisende Forschung und verantwortungsbewusstes Wachstum.

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Original-Pressemitteilung

Sanofi prangert die Empfehlungen der FinanzKommission Gesundheit als innovationsfeindlich und letztlich standortgefährdend an. Die Verdopplung des Herstellerabschlags sowie geplante Preismodelle und Einsparungsmaßnahmen gefährdeten sowohl Investitionen in Forschung als auch die Versorgung der Patienten mit modernen Medikamenten – gerade im internationalen Wettbewerb. Deutschland riskiert, seine Rolle als Innovationsführer und attraktiver Biotech-Standort zu verlieren, wenn Politik und Regulierung nicht auf Augenmaß setzen. NEUE INFOS: In aktuellen Beiträgen wurde berichtet, dass auch andere Branchenverbände die Vorschläge der Finanzkommission massiv kritisieren. So warnt der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa), dass strengere Preiskontrollen und erhöhte Herstellerabschläge zu einem Rückgang an Neueinführungen innovativer Medikamente führen könnten. Auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat angedeutet, dass die Empfehlungen der Kommission noch nicht endgültig übernommen werden und eine umfangreiche politische Debatte zu erwarten ist. Darüber hinaus werden parallel von Seiten der Industrieforderungen laut, zusätzliche Fördermaßnahmen für Forschung und Entwicklung zu schaffen, um internationalen Abwanderungstendenzen entgegenzuwirken.

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