Die aktuelle Forsa-Umfrage brachte für die FDP ein überraschendes Lebenszeichen: Sie kratzt wieder an der Fünf-Prozent-Hürde – auch wenn andere Forschungsinstitute weiterhin weniger optimistisch sind. Kubicki sprach im Interview offen aus, dass ihn vor allem die nicht abgesprochene Kandidatur von Strack-Zimmermann kalt erwischt habe, ansonsten könne er die Skepsis im eigenen Lager verstehen – schließlich wünsche sich nicht jeder die Rückkehr zur „One-Man-Show“. Entscheidend sei für ihn aber, dass die Partei erfolgsorientiert bleibe, denn „unsere Mitglieder wollen sich nicht dauerhaft als Teil einer Verlierertruppe fühlen“.
Kubicki berichtete sogar von einer SMS an Friedrich Merz, nachdem die Fünf-Prozent-Marke kurz überschritten worden war: „Moin Friedrich, Mission impossible is completed, aber der Kampf geht weiter“. Der Seitenhieb: Merz hatte jüngst die FDP für politisch irrelevant erklärt.
Strack-Zimmermann wiederum rechtfertigte ihre unerwartete Kandidatur mit der Behauptung, 95 Prozent der persönlichen Rückmeldungen seien positiv gewesen. Sie lobte am Parteitag die neugewonnene Energie und Offenheit der Debatten – „endlich war mal wieder Leben in der Partei“. Nach dem Rausschmiss aus dem Bundestag habe es zuvor keine echte Aussprache mehr gegeben, diese sei jetzt nachgeholt worden. Inzwischen sei die Stimmung ohnehin wieder entspannter, beide, Kubicki und sie, würden trotz gelegentlicher Unterschiede professionell zusammenarbeiten. "Wir sind doch keine Kinder mehr."
Nach dem überraschenden Wechsel an der FDP-Spitze kehrt langsam Zuversicht ein. Kubicki unterstreicht, wie sehr der Parteitag alte Kämpferinstinkte in ihm geweckt hat – ein Umstand, den die Partei angesichts knapper Umfragewerte durchaus brauchen kann. Strack-Zimmermann sieht ihre Kandidatur größtenteils als positiv wahrgenommen und betont, wie wichtig echte Debatte für die Gesundung der Partei sei.
Laut aktuellen Berichten bei mehreren deutschen Leitmedien bleibt die Lage bei der FDP jedoch angespannt: Viele Mitglieder fordern weiterhin klarere programmatische Profile und mehr sichtbare Inhalte. Sowohl die Süddeutsche Zeitung als auch DER SPIEGEL greifen die Stimmung im Umfeld der Partei auf – es herrscht eine Mischung aus vorsichtiger Hoffnung und wachsender Ungeduld. Während Forsa zuletzt ein kleines Lebenszeichen für die FDP notierte, mahnen Politologen, dass das nächste Bundestagswahlergebnis dennoch auf wackligen Füßen steht – und die Partei sich schnell konsolidieren müsse, um das Überleben zu sichern.