Manchmal ist es gar nicht so einfach, zu spüren, wie zentral ein Rohstoff wie Kupfer für unsere gesamte Wirtschaft tatsächlich ist – bis sich dann Vertreter:innen aus Politik und Industrie an einen Tisch setzen, wie kürzlich beim parlamentarischen Abend in Berlin. Im Austausch mit Andreas Lenz (CDU/CSU), Sebastian Roloff (SPD) und Christian Seyfert vom Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft, rückten grundsätzliche Herausforderungen des Sektors aufs Tapet.
Besonders ins Gewicht fiel das leidige Thema Energiepreise: Während deutsche Industrien unter hohen Kosten ächzen, fordert die Kupferbranche endlich einen Systemwechsel: Nicht länger Notlösungen, sondern dauerhaft günstiger Strom und stabile Rahmenbedingungen, die Investitionen tatsächlich wieder attraktiv machen. Kommt das nicht, drohen Abwanderung und erheblicher Bedeutungsverlust – niemand will schließlich als nächste Totenglöckchen der Industrie gelten. Aber: Es wurde auch Skepsis laut, ob die Politik genug Verbindlichkeit liefern kann, solange aus Brüssel konträre Maßnahmen wie eine Verschärfung der CO2-Zertifikate im Emissionshandel drohen.
Dass Kupfer im rohstoffarmen Deutschland eine urdeutsche Spezialität ist, wurde im Diskurs fast ein wenig mit Stolz, aber auch mit Besorgnis angesprochen: Digitalisierung, Energiewende, grüne Technologien – Kupfer steckt überall drin. Die Fähigkeit, diesen Schlüsselrohstoff noch selbst in so vielen Facetten herzustellen, ist längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Denn, sind wir ehrlich: Andere Länder schlafen nicht.
Im Schatten der Reichstagskuppel entstand ein wirklich vielseitiger Austausch, auch wenn ringsum Parlamentsbetrieb tobte. Mehrere Bundestagsabgeordnete nutzten dennoch die Gelegenheit zum Gespräch – etwas Verkehr und menschliches Chaos inklusive. Eben echte Berliner Atmosphäre.
Die Kupferindustrie sieht sich stark unter Druck: Neben hohen Energiekosten und unsicheren politischen Rahmenbedingungen spürt die Branche die wachsende internationale Konkurrenz. Beim ersten parlamentarischen Abend des Kupferverbandes diskutierten Vertreter der Politik und Industrie konkrete Forderungen nach stabilen, verlässlichen Energiepreisen und einer Industriepolitik, die nationale und europäische Maßnahmen klug verzahnt – insbesondere im Kontext der Klimawende und des digitalen Strukturwandels. Laut aktuellen Berichten wird Europas Abhängigkeit von strategisch wichtigen Rohstoffen wie Kupfer zunehmend kritisch bewertet, wobei unklare Klimavorgaben, Lieferschwierigkeiten und steigende Preise weitere Unsicherheiten schaffen.
Nach aktueller Recherche (Stand: 30.06.2024): Das Thema Rohstoffsicherung und Energiepreise bleibt aktuell drängend. Die Bundesregierung hat kürzlich Maßnahmen zur Stärkung der Kreislaufwirtschaft für Metalle angekündigt; sowohl Recycling als auch strategische Reserven werden ausgebaut, um Lieferengpässen vorzubeugen. Außerdem laufen intensive Gespräche über mittel- bis langfristige Industriestromtarife, wobei noch keine einheitliche Linie zwischen Bundesregierung und Ländern absehbar ist.