Lauterbach offen für weitere Ebola-Behandlungen – US-Patienten nicht ausgeschlossen

Ex-Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) plädiert dafür, schwer erkrankten US-Bürgern mit Ebola in Deutschland zu helfen – selbst wenn ihre eigene Regierung sie nicht aufnimmt.

heute 13:07 Uhr | 4 mal gelesen

Die amerikanischen Behörden hatten erst kürzlich beschlossen, Ebola-Infizierten den Zutritt ins Land konsequent zu verwehren. Karl Lauterbach zeigte sich davon im Gespräch mit Politico irritiert. Ihm zufolge dürfe Deutschland amerikanische Patienten in einer Notlage keinesfalls abweisen. "Es wäre kurzsichtig, wenn wir ablehnen, während die USA sich verschließen", so Lauterbach, und warnte zugleich vor den Risiken: Solche Abweisungen könnten irgendwann dazu führen, dass Erkrankte heimlich versuchen, zurückzukehren – ohne medizinische Versorgung. Der frisch benannte US-Außenminister Marco Rubio hatte klargestellt, er wolle jegliche Ebola-Importe verhindern – der Schutz der Bevölkerung habe Priorität. Derweil wird tatsächlich ein am Ebola-Virus erkrankter US-Arzt (Ansteckung im Kongo) in der Berliner Charité intensiv behandelt; seine Familie ist mit in Isolation. Regierungssprecher Steffen Meyer bestätigte, die Hilfsbitte sei direkt aus Washington gekommen, und man habe sich angesichts Deutschlands Erfahrungen mit Ebola sowie der rascheren Erreichbarkeit entschlossen, zu helfen. "Schnelle medizinische Hilfe war hier einfach eher möglich als etwa in die USA zu fliegen," erklärte Meyer bei Politico.

Lauterbach spricht sich weiterhin offen dafür aus, amerikanische Ebola-Patienten in Deutschland medizinisch zu versorgen, falls die USA sie ablehnen – trotz politischer Bedenken in den Vereinigten Staaten. Die Charité in Berlin behandelt aktuell bereits einen amerikanischen Arzt samt Familie, nachdem die US-Regierung selbst um Deutschlands Unterstützung gebeten hatte. Ebola bleibt in Zeiten globaler Mobilität eine medizinische und ethische Herausforderung, vor allem hinsichtlich internationaler Verantwortlichkeiten und der Balance zwischen Hilfeleistung und Schutz der eigenen Bevölkerung. Aktuell berichten unterschiedliche Quellen: Die taz befasst sich mit der Rolle der EU in globalen Gesundheitsfragen und hebt hervor, wie nationale Egoismen die Solidarität hemmen; die Süddeutsche beleuchtet umfassend die politische Reaktion aus Washington auf Infektionskrankheiten am Beispiel von Ebola und Corona; laut Spiegel gibt es eine Debatte darüber, wie der Schutz der Bevölkerung und internationale Verantwortung ausbalanciert werden können.

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