Libyen setzt auf Innovation aus Österreich: Meerwasserentsalzung von DesertGreener als Hoffnungsträger

Tripolis/Wien – Die Stadtverwaltung Tripoli Centre und die staatliche libysche Gesellschaft für Meerwasserentsalzung zeigen sich begeistert von der bahnbrechenden Technologie der österreichischen Firma DesertGreener. Nach einem digitalen Austausch mit dem Bürgermeister von Tripolis, welcher auch in einer offiziellen Mitteilung in Libyen thematisiert wurde, berichtete der ‚Libya Herald‘ über diese neuartige Form der Zusammenarbeit. In Kürze machen sich Geschäftsführer Carl Albrecht Waldstein und Außenbeauftragter Martin Mayer auf nach Tripolis – die Vertragsunterzeichnung für das Projekt 'FreshWater For Libya' steht an.

heute 12:01 Uhr | 2 mal gelesen

Manchmal, ganz ehrlich, kommt Erfindergeist genau dann ins Spiel, wenn das Wasser buchstäblich bis zum Hals steht. Libyen, von jahrzehntelanger Wasserknappheit und politischem Hin und Her geplagt, steht nun plötzlich im Rampenlicht für ein CleanTech-Experiment sondergleichen: Eine auf Sonnenenergie basierende Entsalzungslösung aus Österreich, erdacht von DesertGreener, soll alles anders machen. Nicht nur frisches Wasser für Tripolis, angeblich auch grüner Wasserstoff und wertvolle Mineralien fallen bei diesem Prozess ab – ein bisschen wie Zauberei aus dem Labor. Der Bürgermeister von Tripolis sprach in höchsten Tönen vom Modell: Kein Risiko für den Staatshaushalt, dafür Wasser direkt aus dem Meer, ohne klimaschädliche Nebenwirkungen, ohne die üblichen Kostenfallen. Klingt fast zu schön, um wahr zu sein – aber das Abkommen steht wohl tatsächlich kurz bevor und könnte, so viel Pathos sei erlaubt, ein Beispiel für erfolgreiche internationale Kooperation werden. Zwischen Wüstenhitze und Meereswellen wurden die technischen Anforderungen und Umweltauflagen gründlich geprüft, bevor DesertGreener seine Zusage bekam. Der Technikcheck? Bestanden. Noch dieses Frühjahr wollen die Chefs persönlich in Tripolis antanzen, um mit der Regierung die letzten Details zu verhandeln. Gründer Waldstein, offenbar ein Mann mit langem Atem, sieht in Libyen mehr als nur einen ’Testballon‘: Hier zeigt sich, was diese clevere Technologie für Regionen mit Wassermangel und Meerzugang wirklich leisten kann. Ein Prestigeprojekt – und, man gesteht es dem Textautor zu, vielleicht auch ein kleiner Hoffnungsschimmer für eine von Problemen geplagte Region. Ob sich das Milliardenprojekt wirklich so mühelos skalieren lässt, wie es in Pressemeldungen klingt? Die Skepsis bleibt, Erfahrung lehrt uns, dass technische Wunderwaffen nur selten so reibungslos durchstarten wie versprochen. Trotzdem: Der Schritt ist mutig, und vielleicht auch nötig.

DesertGreener, ein CleanTech-Startup aus Österreich, steht in fortgeschrittenen Gesprächen mit Tripolis über den Bau einer solarbetriebenen Entsalzungsanlage, die neben Trinkwasser auch grünen Wasserstoff und Mineralien liefert. Die libysche Regierung betont die Vorteile des Investitionsmodells: keine unmittelbaren Kosten für den Staat, bessere Versorgungssicherheit und nachhaltige Ressourcennutzung, was insbesondere angesichts der langanhaltenden Wasserknappheit und Infrastrukturprobleme in Libyen relevant ist. Experten loben den systemischen Ansatz, der über klassische Entsalzung hinausgeht, sehen jedoch Herausforderungen in der praktischen Umsetzung, etwa bei Wartung, lokaler Einbindung und notwendiger politischer Stabilität. NEUE RECHERCHE: - Aktuelle Artikel von taz.de, Süddeutsche.de und Zeit.de thematisieren den globalen Trend zu nachhaltiger Wasseraufbereitung in Krisengebieten und heben hervor, dass innovative Entsalzungstechnologien – darunter auch Solar- oder Hybridmodelle – weltweit immer häufiger als Teil von Entwicklungsstrategien gehandelt werden, etwa in Saudi-Arabien oder Israel. - Fachportale berichten, dass gerade in Nordafrika und im Mittleren Osten Kooperationen zwischen europäischen CleanTech-Firmen und staatlichen Einrichtungen zunehmen, wobei politische Unsicherheiten und hohe Investitionsrisiken die Umsetzung häufig verlangsamen. - In mehreren Medien werden Bürgerbeteiligung und Transparenz als kritische Faktoren für die Akzeptanz zukünftiger Großprojekte genannt, insbesondere in Ländern, in denen Vertrauen in staatliche Prozesse historisch schwach ausgeprägt ist. Die Libyen-Entsalzungsinitiative ist als Testfall für solche Partnerschaften zu sehen – mit Potenzial für Nachahmer auf anderen Kontinenten, aber auch mit typischen Fallstricken: organisatorisch, finanziell und ökologisch.

Schlagwort aus diesem Artikel