Cansin Köktürk, die sich bei der Linksfraktion für Sozialpolitik engagiert, zeigt sich empört: "Schon jetzt zeigt sich, dass die behaupteten Milliardeneinsparungen beim Bürgergeld eine Mogelpackung sind", so ihre Worte. Insbesondere ab 2028 werde die Reform deutlich mehr Kosten verursachen, unter anderem, weil für die verschärften Regelungen mehr Personal benötigt werde – was paradoxerweise die Ausgaben ansteigen lässt. Köktürk geht noch weiter und nennt es ein "billiges Ablenkungsmanöver", Bürgergeld-Empfänger als ausgerechnet diejenigen zu diffamieren, die angeblich nicht arbeiten wollen. Sie erinnert an die vehemente Kritik, die nicht nur von Betroffenen, sondern auch von Gewerkschaften, Wohlfahrtsorganisationen und sogar von Jobcenter-Mitarbeitern kommt. Dennoch hält die Regierung unbeirrt an ihren Plänen fest und stellt damit die ohnehin schon unter Druck stehenden Menschen vor noch größere Herausforderungen. Und wenn dann am Ende auch noch die Unterstützung weiter reduziert wird, gerät für viele noch mehr ins Wanken: "Mehr Kürzungen bedeuten mehr Angst, Unsicherheit, Hunger und soziale Not", sagt Köktürk und appelliert an politische Verantwortung. Sie fordert einen anderen Umgang mit den Schwächsten und warnt: "Armut darf nicht zum Dauerzustand werden. Wir alle sind von dieser Reform betroffen, oft ohne es zu merken."
Die Kontroverse rund um die Bürgergeld-Reform findet weiter kein Ende. Während die Bundesregierung auf Einsparungen pocht, legen aktuelle Berechnungen und Stimmen aus der Opposition nahe, dass die Kosten langfristig höher ausfallen könnten – besonders durch den steigenden Verwaltungsaufwand. Verschiedene Sozialverbände befürchten, dass insbesondere Alleinerziehende, Arbeitslose und Menschen mit Krankheiten durch Leistungseinschränkungen wirtschaftlich noch stärker ins Abseits gedrängt werden. Besonders bemerkenswert: In den vergangenen Tagen schlugen neben Vertreter:innen der Linkspartei auch zahlreiche Gewerkschaften und Jobcenter-Personalräte öffentlich Alarm. Immer wieder gibt es Berichte darüber, dass die angekündigten Verschärfungen vielen Menschen Angst machen – viele Experten erwarten sogar einen Anstieg verdeckter Armut und ein höheres Maß an gesellschaftlicher Unsicherheit.