Sie agieren im Schatten – und mit brutaler Entschlossenheit. Die sogenannte "Hammerbande", wie Medien sie nennen, griff angeblich vorwiegend Personen an, die als rechtsextrem gelten. Hämmer, Schlagstöcke, Totschläger: Die Werkzeuge sind martialisch, die Folgen oft verheerend. In Ungarn wurde beispielsweise Maja T., eine Deutsche, zu acht Jahren verurteilt – im Kontext versuchter Körperverletzung, außerdem wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Struktur. Das Urteil ist, wie das von Hanna S. (Kunststudentin aus München), noch nicht endgültig. Währenddessen stehen in Dresden und Düsseldorf weitere Mitglieder mutmaßlicher Gruppenstrukturen vor Gericht: Im Raum steht, dass sie Angriffe an zahlreichen Orten verübt haben, Todesfolge nicht ausgeschlossen.
Es bleibt nicht bei einzelnen Schlägen – auch schwerwiegende Attacken wie die Sabotage am Berliner Stromnetz oder beschädigte Bahnverbindungen tauchen immer wieder auf. Neuerdings scheint auch bei Demonstrationen die Gewaltbereitschaft junger Menschen zuzunehmen. Die Reportage deckt auf, dass teils finanzielle Unterstützung für die Angeklagten – selbst bei schwersten Vorwürfen – aus Vereinsstrukturen oder durch Abgeordnete der Linkspartei organisiert wird. Ein Netzwerk, das mindestens Fragen aufwirft, vielleicht sogar mehr.
Pressekontakt: BR-Pressestelle, Christian Dück, Mail: christian.dueck@br.de, Tel. +49 (0)89 5900 10575, Weitere Infos unter: www.br.de/presse. Mehr zum Original: http://ots.de/5f6fb7
Die ARD-Dokumentation "Linksextremismus – Die unterschätzte Gefahr?" konzentriert sich auf die jüngsten eskalierten Gewaltakte mutmaßlich linksradikaler Gruppen in Deutschland und Ungarn. Sie legt einen Fokus auf die Unterstützung, die Täterinnen und Täter aus politischen wie auch zivilgesellschaftlichen Kreisen erhalten, und fragt, ob das Ausmaß der Gefahr bislang unterschätzt wurde. Bei der Recherche zeigt sich, dass Linksextremismus zwar weniger häufig öffentlich debattiert wird als Rechtsextremismus, seine Netzwerke und Strukturen aber an organisatorischer Raffinesse gewinnen – vor allem durch grenzüberschreitende Aktivitäten und die sich zunehmend verselbstständigenden Unterstützungsmechanismen. In aktuellen Nachrichten finden sich weitere Hinweise darauf, dass politisch motivierte Gewalt in Deutschland – egal ob von rechts oder links – ein wachsendes Problem darstellt. Laut Der Spiegel hat es in jüngster Zeit einen deutlichen Anstieg politisch rechter wie auch linker Gewalttaten gegeben, was die Differenzierung und Sensibilisierung im Umgang damit erforderlich macht. Diskurse in Zeit- oder FAZ-Kommentaren warnen eindringlich davor, die Gefahr von Linksextremismus zu relativieren – gerade, weil staatliche wie private Unterstützungsstrukturen häufiger im Verborgenen bleiben.