Zentraler Kritikpunkt der Wirtschaftsgrößen: Deutschland gibt sich zu oft mit Verwaltung statt echter Innovation zufrieden. Während die USA riesige Summen in Zukunftstechnologien pumpen und China mit atemberaubendem Tempo Industrieprojekte angeht, fühlt es sich hierzulande eher nach Behördengängen und allerhand Abstimmungsrunden an als nach Erfindergeist. Der sogenannte "Aufruf von Nürnberg" fordert nun wild entschlossen mehr Geschwindigkeit, Technikoffenheit und weniger Bürokratie. Auch die Rolle der Künstlichen Intelligenz wird herausgestellt: Sie gilt im Manifest als ein entscheidender Hebel, um im weltweiten Wettbewerb nicht ins Hintertreffen zu geraten. Die Unterzeichner – offenbar nicht zum ersten Mal skeptisch – fordern, dass Forschungsergebnisse schneller in die Wirtschaft übersetzt werden und Unternehmergeist endlich wieder als Tugend gilt. Markus Söder stimmte in seiner Rede an, dass Deutschland ein Ort sein soll, an dem Leistung und Neugier auf Zukunft wieder lohnen. Siemens-Chef Busch argumentierte ähnlich und beschwor Zusammenspiel, Tempo sowie Mut. Hinter dem Aufruf stehen Prof. Dr. Evi Hartmann und Verleger Jens de Buhr, die das BIG BANG KI FESTIVAL gestalten. Das Leitmotiv des Summits? "Mut in der Wirtschaft – nach vorn schauen, Wandel willkommen heißen, Werte leben." Die FAU Nürnberg organisiert, als Medienpartner agiert das DUP UNTERNEHMER-Magazin.
Typisch deutsch: Die Unterzeichner sehen die größte Gefahr darin, sich auf Errungenschaften auszuruhen und von Problemen verwalten zu lassen. Laut Handelsblatt verschärfen Fachkräftemangel, schleppende Digitalisierung und Energiepreise die Zukunftssorgen vieler Unternehmen, was sich mit den Forderungen des Manifests deckt. Spiegel.de berichtet zudem über die aktuelle Unzufriedenheit vieler Manager:innen mit den politischen Rahmenbedingungen, insbesondere im Vergleich zur Flexibilität amerikanischer Start-ups. Auf t3n.de wird hervorgehoben, dass ohne radikale Vereinfachung bürokratischer Prozesse innovative Start-ups kaum noch entstehen können. Außerdem findet in anderen Artikeln die Forderung nach einer gezielten KI-Strategie besonders viel Resonanz, da Deutschland im Bereich Forschung zwar Weltspitze sei, aber die Umsetzung in die Praxis hinke. Fazit: Der Nürnberger Weckruf ist Teil einer zunehmend lauter werdenden Debatte um den Wirtschaftsstandort Deutschland, dessen Gestaltung die kommenden Jahre prägen dürfte.