Das Kapitel wurde am Freitag offiziell aufgeschlagen: Der FC St. Pauli, jüngst aus der Bundesliga abgestiegen, vertraut künftig Marcel Rapp die sportliche Führung an. Rapp – 47, analytischer Kopf, manchmal mit feinem Humor an der Seitenlinie – trainierte zuvor Holstein Kiel. Fast viereinhalb Jahre hielt er dort das Steuerrad; er führte die Norddeutschen 2024 sogar zur Bundesliga-Premiere, aber die erste Saison in der höchsten Spielklasse endete mit dem direkten Abstieg. Klingt bitter – und ist es irgendwie auch.
Vor seinem Kieler Abenteuer war Rapp nahezu ein Jahrzehnt eine feste Größe in der Jugendausbildung bei der TSG Hoffenheim, schlüpfte dort sogar vorübergehend in die Rolle des Cheftrainers der Profis.
Andreas Bornemann, der Sportchef der Hamburger, klingt bei der Vorstellung begeistert: „Wir setzen auf Marcel Rapp, weil er im deutschen Profifußball ein Händchen für Team- und Spielerentwicklung gezeigt hat.“ Rapp selbst? Er wirkt bescheiden, aber ambitioniert. St. Pauli, sagt er sinngemäß, sei mehr als bloß ein Verein. Es ist eine Aufgabe, an der man wachsen kann – oder auch scheitert. Mal schauen. Die Zeit wird’s zeigen.
Marcel Rapp hat beim FC St. Pauli das Amt des Cheftrainers übernommen, nachdem er Holstein Kiel bis in die Bundesliga geführt hatte, dort aber mit dem Team wieder abstieg. Mit seiner Erfahrung als Entwickler junger Spieler und als Interimstrainer bei Hoffenheim bringt Rapp einen vielseitigen Blick auf das Traineramt mit und soll die Hamburger nach dem Bundesliga-Abstieg neu ausrichten. Laut aktuellen Berichten ergänzt Rapp seinen Ansatz um moderne Trainingsmethoden und will besonders auf die Nachwuchsförderung setzen, während der Verein auf einen schnellen Wiederaufstieg in die Bundesliga hofft.
In den vergangenen Tagen wurde in mehreren Medien diskutiert, wie die Entscheidung für Rapp beim FC St. Pauli auch eine größere Strategie widerspiegelt: Der Club will nach dem Rückschlag eine neue Kultur der Geduld etablieren und die Verzahnung zwischen Jugend, Fans und Ambitionen intensivieren.