Mathias Arnold übernimmt 2027 die europäische Apothekerspitze

Berlin, Breslau, Brüssel – Die europäische Apothekerlandschaft erhält ein neues Gesicht an ihrer Spitze: Mathias Arnold, ein erfahrener Apotheker aus Halle/Saale, wurde zum Präsidenten des größten europäischen Apothekerverbandes (PGEU/ZAEU) für 2027 gewählt. Mit Ana Soldo als Vizepräsidentin macht sich das Führungsteam daran, sich für die Interessen europäischer Apotheken starkzumachen. Arnold folgt auf Dr. Mikolaj Konstanty (Polen), der das Amt 2026 innehat.

heute 12:31 Uhr | 2 mal gelesen

Die Herausforderungen für Apotheken sind in den letzten Jahren nicht gerade kleiner geworden – Lieferengpässe, Digitalisierung, Fachkräftemangel und ein ständiges Schwanken bei gesetzlichen Vorgaben gehören inzwischen fast schon zum Alltag. Arnold, den viele als langjähriges Gesicht deutscher und europäischer Apothekerpolitik kennen, will den Austausch und die Zusammenarbeit über Landesgrenzen hinweg stärken. "Viele Probleme lassen sich im Alleingang gar nicht mehr lösen, da müssen wir europäisch denken und handeln. Trotzdem gilt: Jede nationale Besonderheit verdient Respekt – das Subsidiaritätsprinzip ist kein Relikt, sondern wichtiger denn je", betont Arnold. Ganz oben auf seiner Agenda stehen die Umsetzung des Critical Medicines Act und ein engagiertes Management von Lieferengpässen. Außerdem sieht er Apotheken in einer Schlüsselrolle, die immer mehr Aufgaben im Gesundheitswesen übernehmen werden – von der Vorsorge bis zur Primärversorgung. Anstatt sich also mit kleinlichen Kompetenzen aufzuhalten, fordert Arnold frische Impulse und einen offenen Blick für die großen Aufgaben. Und Hand aufs Herz: Wer hätte vor wenigen Jahren gedacht, dass Apotheken bei Impfungen oder Präventionsaktionen einmal eine so zentrale Rolle spielen würden? Bemerkenswert ist übrigens auch Arnolds lange Laufbahn – er war bereits Vizepräsident, Mitglied im Exekutivausschuss, als Delegationsleiter aktiv. Erfahrung bringt er auf jeden Fall genug mit an den runden Tisch. Mehr Informationen gibt es übrigens auf den Webseiten der ABDA oder der PGEU.

Die Wahl von Mathias Arnold zum europäischen Apothekerpräsidenten 2027 spiegelt die wachsende Bedeutung internationaler Zusammenarbeit in der Gesundheitsversorgung wider. In den letzten Monaten wurde auf europäischer Ebene teils kontrovers über den Umgang mit Arzneimittelengpässen, die Notwendigkeit digitaler Lösungen und die Rolle der Apotheken in Krisenzeiten diskutiert – Themen, die Arnold nun maßgeblich mit gestalten wird. Besonders Vorfälle wie der Medikamentenmangel, den Staaten zuletzt oft nur mit nationalen Ad-hoc-Lösungen begegneten, betonten die Dringlichkeit, europäisch abgestimmte Strategien zu entwickeln. Arnold steht damit vor der Aufgabe, sowohl die Vielfalt europäischer Gesundheitssysteme zu wahren als auch gemeinsame Wege zur Bewältigung von Engpässen und Zumutungen für Apothekenteams und Patienten zu finden. In Brüssel werden in den kommenden Jahren zudem wichtige Weichen für digitale Arzneimittelversorgung und Prävention gestellt – Themenfelder, die auch die Agenda des neuen Apothekenpräsidenten prägen dürften.

Schlagwort aus diesem Artikel