Medien-KI made in Austria: APA und AI Factory Austria bringen AustroBERT-Modell an den Start

Wien – Mit AustroBERT haben die Austria Presse Agentur (APA) und die AI Factory Austria ein eigenes Sprachmodell für den Medienbereich präsentiert. Das Ergebnis eines sehr österreichischen KI-Experiments, offen für Wissenschaft und Bildung – trainiert auf frischesten APA-Agenturmeldungen, gestützt durch EuroHPC-Rechenpower.

heute 10:27 Uhr | 4 mal gelesen

Manchmal braucht es einen Anstoß. Etwas, das zeigt: Auch kleine Länder können im Bereich künstlicher Intelligenz eigene Wege gehen. Die APA – immerhin die Nachrichtenagentur, auf deren Meldungen täglich unzählige Redaktionen und Pressedienste bauen – wagt sich nun gemeinsam mit der AI Factory Austria an AustroBERT, ein Sprachmodell, das auf dem bekannten BERT-Framework basiert, aber, wie der Name schon vermuten lässt, ganz und gar österreichisch sozialisiert wurde – und zwar auf Basis lizenzrechtlich einwandfreier, hauseigener Nachrichten. Wer schon einmal mit KI-Modellen gearbeitet hat, weiß, wie mühsam und teuer es sein kann, das nötige Datenmaterial für Training zu bekommen. Hier hat die APA einen sprichwörtlichen Heimvorteil – ihre riesige Textbasis ist Gold wert. Was das Ganze sonst noch besonders macht? Die Nutzung europäischer Supercomputer dank EuroHPC. Da geht einiges an Rechenleistung – und zwar unter einer wissenschaftlichen Lizenz, kostenlos für Forschung und Lehre. So wird der Aufbau KI-souveräner Infrastrukturen weitergetrieben, was Minister Hanke nicht ganz zufällig als „Signal für Daten- und Modellsouveränität“ feiert. Die APA erhofft sich vom Projekt nicht nur einen Innovationsschub für den eigenen Journalismus, sondern auch eine neue Grundlage für kooperativen Einsatz von Sprachmodellen in der österreichischen und europäischen Medienwelt. Fast nebenbei wird auch die Tür zu Small Language Models für künftige, maßgeschneiderte Einsatzbereiche geöffnet – ein kleiner Seitenblick in Richtung Zukunft, wobei noch offenbleibt, wohin die Reise dann gehen wird. Unterm Strich zeigen sich beide Partner stolz über das, was sie auf die Beine gestellt haben. Während Karl Kugler von AI:AT die Vernetzung von Top-Infrastruktur und Fachwissen hervorhebt, hebt APA-Chef Clemens Pig die Bedeutung ethischer, transparenter Daten hervor. Und ein kurzer Einschub: Die APA ist tatsächlich eine der sehr wenigen – weltweit betrachtet – wirklich unabhängigen Nachrichtenagenturen. Wenn also irgendwo vertrauenswürdige KI entstehen soll, dann hier. Beim Durchlesen fällt auch auf, wie viele Unis und Institute ihre Finger im Spiel haben. Die AI Factory Austria spannt das Netz weit. TU Wien, Uni Graz, BOKU... am Ende steht nicht ein einzelner Leuchtturm, sondern ein Netzwerk von Forschung und Technik, das den Anspruch erhebt, für die Gesellschaft als Ganzes wertvoll zu sein.

Der Start von AustroBERT, entwickelt von der Austria Presse Agentur in Kooperation mit AI Factory Austria AI:AT, ist ein bemerkenswertes Signal für Technologiekraft und Eigenständigkeit im österreichischen Mediensektor. Mit sauber lizenzierten Daten, trainiert auf Hochleistungsrechnern von EuroHPC und offengelegt für Wissenschaft und Bildung, setzt das Projekt neue Maßstäbe für ethisch verantwortliche KI-Anwendungen im Journalismus. Während der Medienmarkt zunehmend von internationalen Tech-Konzernen geprägt ist, bieten solche nationalen Initiativen Alternativen und stärken die Daten- und Modellsouveränität – siehe auch aktuelle Debatten rund um KI-Regulierung und die Rolle unabhängiger Recherche (zuletzt bei FAZ, SZ und ZEIT hervorgehoben). Darüber hinaus berichtet die taz aktuell über KI-Kompetenzinitiativen in Europa, die auf Zusammenarbeit und Offenheit setzen, nicht auf Abschottung. Die Süddeutsche weist darauf hin, wie sehr europäische Rechenzentren und Wissenschaftsnetzwerke wie EuroHPC immer mehr zum Rückgrat für kontinentale KI-Entwicklung avancieren. Und laut einem frischen Artikel im Spiegel steht gerade die Frage der Datenqualität im Mittelpunkt: Wenn Nachrichtenagenturen wie APA eigene, überprüfte Datenbestände nutzen, ist das ein wichtiger Schutz gegen Fake News und algorithmische Verzerrungen. So wird nicht nur Innovation betrieben, sondern auch ein Stück Digitale Demokratie verteidigt.

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