Digitale Trinkgeldsysteme sorgen für gemischte Gefühle in Deutschland

Obwohl viele Kartenterminals mittlerweile nach dem Bezahlvorgang Trinkgeldvorschläge zeigen, begegnen viele Menschen in Deutschland dieser Praxis eher zurückhaltend.

heute 10:24 Uhr | 2 mal gelesen

Mir begegnet das digitale Trinkgeld immer häufiger – im Café an der Ecke, sogar beim Friseur: Schnell poppt auf dem Kartenterminal der Tipp auf, fünf Prozent extra draufzulegen. Laut einer Umfrage vom IT-Verband Bitkom empfinden aber nur 29 Prozent der Befragten diese vorgeschlagenen Beträge als praktisch. Vor allem die Älteren über 65 bleiben zögerlich, nur jeder Fünfte von ihnen kann den digitalen Vorschlägen etwas abgewinnen. Interessant, dass immerhin rund zwei Drittel der Deutschen meinen, sie gäben durch das Terminal schließlich mehr als eigentlich beabsichtigt. Ist das datenschutzrechtlich vielleicht auch nicht ganz ohne, frage ich mich gelegentlich. Besonders unbeliebt: Wenn das Terminal direkt hohe Mindestsummen für das Trinkgeld vorgibt, etwa 10 Prozent oder mehr – das finden fast 70 Prozent nicht gerecht. Was außerdem auffällt? Die Mehrheit fände es grundsätzlich okay, wenn man Trinkgeld digital weitergeben kann. Aber das Vertrauen, ob das wirklich bei den richtigen Leuten landet, hält sich in Grenzen: Nur etwas mehr als jeder Zweite glaubt daran. Jüngere Menschen – also zwischen 16 und 29 – sind deutlich zuversichtlicher als die Generation 50plus. Das wirft natürlich Fragen nach Transparenz, Strukturen und vielleicht auch einer gewissen Überforderung durch neue Technik auf. Ich muss selbst gestehen, ich bleibe manchmal auch skeptisch, wenn der Bildschirm schon das nächste Menü anzeigt, bevor ich überhaupt weiß, wie viel letztlich beim Servicepersonal ankommt.

Der Trend zu elektronischem Trinkgeld ist in Deutschland zwar spürbar, doch viele Bürger und Bürgerinnen bleiben zurückhaltend bis kritisch. Besonders ältere Menschen fühlen sich von den voreingestellten Trinkgeldvorschlägen und Mindestsummen unter Druck gesetzt oder empfinden sie schlicht als unpassend. Das fehlende Vertrauen in die Weiterleitung des Trinkgelds, speziell bei digitalen Zahlungen, offenbart generationsspezifische Unsicherheiten gegenüber neuen Technologien. Jüngere finden die digitale Variante vertrauter und offensichtlicher als die ältere Generation, die Bedenken bezüglich Transparenz und Kontrolle haben. In der aktuellen Presselandschaft zeigt sich ähnlich, dass Themen wie Bargeldkultur, Servicewandel im Einzelhandel und gesellschaftliche Debatten über Digitalisierung breit diskutiert werden. Zudem konnten verschiedene Meldungen der letzten Tage herausarbeiten, dass der Boom kontaktloser Zahlungsmethoden das gesamte Service- und Konsumverhalten verändert – doch die Akzeptanz für digitales Trinkgeld bleibt zwiegespalten.

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